Katastrophe
♫ The Silver Fleet: Look out world
Das Schlimmstmögliche, das in der Webseitenbetreiberinnenwelt geschehen kann, ist eingetreten: Bei einem Routine-System-Update von Level X auf Y sind so gut wie alle Daten verloren gegangen, gestalterische Details inklusive. Alle Verlinkungen, Kommentare und mein millionenschwerer Klick-Konto-Stand: futsch! Ausgerechnet jetzt, da so viele andere Angelegenheiten meine Tage ausfüllen und ich für Reparaturarbeiten keine Zeit habe, ausgerechnet jetzt schmiert meine digitale Nebenexistenz ab – obschon ich sie für komplett etabliert hielt. Ausgerechnet jetzt, da die Bloggerin des Jahres gewählt wird, ausgerechnet jetzt sieht mein Internetgarten aus wie eine halbangefrorene Pfütze. Und nichts steht drin! (Weitere lauwarme Betrachtungen zu dieser Universalkatastrophe lesen Sie hier.) Was ich erst seit knapp zwei Wochen weiß: Für die Initialen “KK” gibt es einen eigenen Wikipediaeintrag. Eine sehr begabte Person gab mir den Tipp. So musste ich dort lesen: “KK” steht unter anderem für Kaltlichtkathode, Kampfkraft und Kartoffelkanone, für Kernkraft, Kreditkarte und Korvettenkapitän, außerdem für den Kreis Kempen-Krefeld, alle Arten von Kleinkalibern und: die Konnektivitätskoordination. Ha! Wir sehen uns 2010.
Blog "Euphorie im Alltag" | Stichworte: Alltag, Computer, Katastrophen, Sisyphus, Technik, Verzweiflung
Mit dem Soul ist es einfach: Entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht. Der Soul heult und jubelt, ohne Rücksicht auf Verluste, er verhandelt Gefühle, ganz ohne Tarnung, ganz ohne Ironie. Motown ist für die meisten die Einstiegsdroge. So auch für mich: Herbst 1990, ich bin nach England gereist, zum „2nd Magic of Motown and Northern Soul Weekender“ in Great Yarmouth, einer Kleinstadt im mittleren Osten Englands, ein Wuppertal am Meer, das Festivalgelände liegt in einem Campingpark für die Mitarbeiter des Autokonzerns Vauxhall. Ringsum sehe ich kahl rasierte, polternde britische Männer in Trainingsjacken, Verkaufsstände mit Platten, der Geruch von Fish&Chips hängt in der Luft.
Po-Backen aus Plastik, Botox im Abo, Beine brechen in Russland. Katja Kullmann hat sich in der Beauty-Branche umgesehen und stellt fest: Nie war so viel Selbst-Ekel wie heute.
Die Mädchen schwenken ihre Handtaschen, sind adrett und aufwändig frisiert, haben sich vielleicht in eine Korsage gezwängt und tippeln in Netzstrumpfhosen und putzigem Schuhwerk umher; die Jungs tragen Tolle und Koteletten, Lederjacken oder aufgerollte Hemdsärmel, die den Blick frei geben auf ihre tätowierten Arme; in der Musik geht es um Scotch, Bourbon, Bier, heiße Öfen, geladene Knarren und sexy Pussys, und auf den Flyern für einschlägige 50er-Jahre-Partys räkelt sich auffallend häufig Betty Page, das berühmteste Pin-up-Girl aller Zeiten. In kaum einer anderen Jugendkultur darf der Mann so symbolträchtig „Mann“ sein und die Frau so eindeutig „Frau“ wie in der Rockabilly-Szene. Ironisch gebrochen? Irgendwie schon. Aber eben doch nur „irgendwie“.