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Der DRECKSACK, die “lesbare Zeitschrift für Literatur” hat definitiv seine bzw. ihre Fans, er oder sie ist für manche nicht nur „die beste deutsche Literaturzeitschrift“ (Franz Dobler) und „das beste Magazin zur Zeit in ganz Deutschland“ (Jürgen Ploog), nein, er, sie, es wird auch als „Literaturzeitschrift, für die auch Häftlinge schreiben” (Die Welt) gewürdigt. Herausgegeben wird der Drecksack vom Schriftsteller Florian Günther, der in der DDR u.a. als Totengräber, Grafiker, Eisenflechter und nach der Wende z.B. als Paketbote tätig war und auch sonst eine interessante Type ist. Ich bin süchtig nach der Realität heißt das Porträt, das ich vor drei Jahren für den Freitag über ihn und den Drecksack schrieb.

Nun ist gerade die 30. Ausgabe erschienen, zum Jubiläum gibt es eine Lesung:

Am 14. Oktober ab 19.30 Uhr im Goldenen Hahn, Oranienstraße 14a, Berlin-Kreuzberg

Im Vorleseprogramm dabei sind Gerd Adloff, Ulrike Steglich, Bert Papenfuß, Salah Yousif und viele andere – und auch ich habe die Ehre, worauf ich mich sehr freue, vor allem auch des Orts, der Kneipe wegen. Im Florian-Günther-Drecksack-Porträt schrieb ich über den Goldenen Hahn:

Am Heinrichplatz verharrt derweil die Raucher- und Trinkerkneipe Zum Goldenen Hahn. Über der Theke leuchtet ein Reklameschild für Schultheiss-Bier. Die Tresenkraft – männlich, gar nicht so alt, gar nicht unhübsch – bedient jeden Fremden, also jeden, der nicht als Stammgast bekannt ist, so mürrisch, wie es sich für ein ordentlich geführtes Absturzlokal gehört. „Wein willst du? Musst lauter reden! Weiß? Rot? Zwei Euro.“ Heute, an diesem warmen Samstagabend im Frühsommer 2014, ist mächtig was los bei den Rauchern und Trinkern. Tische, Stühle, Hocker sind alle besetzt, es wird geredet, geknarzt, gelacht, hie und da auch aufs Herzlichste gehustet. Mittendrin sitzt einer und hält unbeirrt einen Vortrag.

Nun wissen Sie Bescheid.
Komm’Se ‘rum!
Immer die Ihre: KK

October 9, 2017