web analytics

Hallihallo.

Diese Selbstporträts sehen aus, als wollte ich hier einen auf G20 machen, fällt mir gerade auf, jetzt, da ich sie auf diese Seite zur Vorschau hochgeladen habe.

Es war aber nur ein gewisses Frösteln, das ich vor meiner Laptop-Kamera darstellen wollte, mit einem Rollkragenpullover mit herrlich dehnbarem Rollkragen … ach, etwas kompliziert zu erklären. Jedenfalls: Nein, ich gehöre weder einem schwarzen, noch sonst einem Block an. Aber irgendwie fasziniert es mich jetzt, dass ich da auf diesen Bildern plötzlich nichts als G20 sehen kann.

Interessant, was all die versendeten Bilder eines Jahres so mit einem machen können – n’est-ce pas?

*** EDIT *** / Nachtrag am 19.12.: Woah – ich hatte, als ich jetzt am Wochenende diesen Jahresabschied mit dem Anti-G20-artig anmutenden Fotoquartett hier auf meine Seite hängte, ja keine Ahnung , dass die Polizei etwa 24 Stunden später einen öffentlichen Pranger mit 104 sogenannten Fahnungdsfotos von den Hamburger G20-Protesten einrichten würde. Jetzt aber: Raus aus dem Netz, raus aus dem alten Jahr, so long!

Nun gut.

Wieder neigt sich also ein Kalenderjahr dem Ende zu. Und wieder wird jetzt allenthalben mit Jahresrückblickskonfetti um sich geworfen. Manche finden das komplett dämlich, das kann ich gut verstehen.

Andererseits … zählt die Jahresrückblicks-Produktion hier in diesem Blog nun mal zu meiner Masche, sozusagen zum halb-persönlich daherkommenden Geschäftsmodell. (Andere machen Instagram, ich mach’ es eben so.) Außerdem bin ich ein Fliegenhäuflein abergläubisch, was die Begrüßungsrituale fürs jeweils neue Jahr angeht. (Man sollte laut und deutlich “Danke” sagen und “Hallo & herzlich willkommen” rufen, man sollte diesen Funkspruch in den Äther absetzen, sonst wird’s nichts!) Zudem rührt mich das Aktenordnerhafte jedes Jahr aufs Neue – der menschliche Versuch, den Zeitenlauf zu ordnen, indem man ihn in gedankliche Klarsichthüllen abheftet: 2017 kommt ins Archiv, die Mappe 2018 liegt schon beschriftet, aber noch leer vor einem. Ich empfinde auch so, da bin ich ganz Mensch.

2017 war für mich jedenfalls ein Jahr, das von verschiedenen, teils sich hinziehenden, teils Knall auf Fall kommenden Abschieden geprägt war. Erst vor wenigen Wochen hatte ich einen sehr persönlichen Abschied zu bewältigen. Zuvor, im Juni, vollzog ich einen absolut überfälligen, komplett richtigen politisch-beruflichen Abschied. Zwischendrin erreichte mich aus Hamburg die Nachricht eines herben Nachtleben-Abschieds. (Das nunmehr geschlossene Lokal Golem , “der Club der linken Dandys”, war in den Jahren, in denen ich dort wohnte, und auch jetzt, bei meinen Besuchen, einer meiner Lieblingsorte in Hamburg, da steckte ein ganzer Entwurf drin, ich postete dazu sogar etwas bei Facebook.) Und schließlich … habe ich die literarische Arbeit am nächsten dicken Ding umständehalber ein weiteres Mal auf die längere Bank geschoben. Hm hm hm.

2017 also: ein Jahr der Good-Bye-s bzw. der Get-off-my-cloud-s bzw. der Sorry, count me out (for a while)-s .

Glücklicherweise trugen sich 2017 aber auch etliche (Neu-)Anfänge zu, ich kam in den Genuss so mancher positiver Überraschung, Entdeckung, Erkenntis, Erfahrung.

Chronologisch erzählt, war die erste große Neuigkeit – in der Außenwirkung unauffällig, innerlich aber doch bedeutend – mein Entschluss, nicht schon wieder umzuziehen und die Stadt zu wechseln. Eigentlich wäre ich nach rund vier Jahren wieder reif dafür gewesen, in den vergangenen 20 Jahren hat mich nach drei bis fünf Jahren stets das Nomadische gepackt. (Allein diese Webseite hier, sie existiert seit 2008, habe ich binnen neun Jahren ja schon drei mal in Umzugkisten verpackt und von verschiedenen Standorten aus betrieben: Berlin-Charlottenburg – Hamburg-Ottensen – Berlin-Wedding). Eine echte Umzugs-Option, beruflich halbwegs abgefüttert, gab es jetzt auch wieder. Aber: Erstmals tat ich jetzt also etwas wirklich Neues – indem ich beschloss, nicht der nächsten geographischen Verlockung zu folgen, sondern zu bleiben, wo ich bin. Das, meine Damen und Herren, ist für mich persönlich einigermaßen mutig, vielleicht sogar revolutionär. Die Entscheidung fiel schnell, binnen drei bis fünf Tagen im Juli. Und prompt wurde sie mit einem nagelneuen Elektrogerät belohnt.

Statt wieder einmal die Angebote von Umzugsunternehmen zu vergleichen, ließ ich mich im Herbst 2017 am gehabten Ort auf einen durchaus größeren beruflichen Move ein – der womöglich der ganz genau richtige war und der auch das kommende Jahr prägen wird. (An eine Tätigkeit aus dem Feld Chefin aller Art bin ich ja eh gewöhnt, dacht’ ich mir, bevor ich unterschrieb, also: Take it, do it, live with it, explore it.)

Zudem war 2017 das Jahr, in dem ich die Früchte meiner bisherigen Arbeit erstmals auch ganz deutlich auf eine neue Art ernten konnte – indem ich oft die Ehre und das Vergnügen hatte, als Vortragende, Referentin, Moderatorin oder Diskutantin ins Radio, auf Bühnen und Podien geladen zu werden, um meinen, äh, Input beizusteuern, zum Beispiel hier, hier und hier. Auch das öffentliche Sprechen ist, in gewisser Weise, eine intellektuelle Tätigkeit, eine, die vermutlich erst in etwas gereifteren Jahren auf einen zukommt, wenn man als Denkende für etwas steht, sozusagen, für gewisse Inhalte, Perspektiven, Positionen. Na, ich habe bestimmt nichts dagegen! Analog dazu, zum fortschreitenden Gereiftsein, haben 2017 auch die grauen Strähnen zugenommen, logisch, das Älterwerden geht fröhlich weiter, aber ach, das steck’ ich locker weg.

Und was wird oder könnte 2018 so sein?

Vieles, was sich beruflich/öffentlich neu bzw. anders entwickelt hat, als ich es zwölf Monate zuvor noch gedacht hatte, will und werde ich 2018 weiterdrehen. So habe ich die Gründung eines eigenen Ressorts “Weltraum” ins Auge gefasst. (Ja, bei aller Chefinnenhaftigkeit bin ich doch immer auch der fantasievolle Typus, sozusagen ein witziges Kerlchen – schad’t ja nix! Euphorie im Alltag halt.). Was das öffentliche Sprechen angeht, stehen fürs erste Halbjahr schon die Weltstädte Hamburg, Oberhausen und Dortmund auf meiner Vortrags- bzw. Podiums-Liste.

Ausgeschlossen ist auch nicht, dass ich 2018 erstmals in meinem Leben an einem Backgammon-Turnier teilnehmen werde. (Kein Witz! Es gibt auch noch andere SchriftstellerInnen, AutorInnen, die Backgammon ganz seriously spielen, Helmut Krausser wurde 2011 sogar bundesdeutscher Meister im Teamwettbewerb, die geschätzte Sarah Kahn spielt es ebenfalls. Ich selbst bin seit über 20 Jahren eine sozusagen alte Backgammon-Häsin, bislang nur im sporadischen Freizeit-Modus, aber gar nicht mal so untalentiert, möchte ich behaupten. Die Turnier-Recherche bei Kullmanns wird demnächst jedenfalls Fahrt aufnehmen.)

Und schließlich möchte ich es auch heuer nicht versäumen, für das kommende Jahr wieder die Parole Mehr Meer! auszugeben, sowie mir selbst erneut eine ganz und gar spektakuläre Liebesgeschichte vorauszusagen. Mir schwebt etwas mit einer Wall-of-Sound wie dieser hier vor.

(!!! Achtung, es startet gleich mit schepperndem Jubel !!!):

Alles Weitere werde ich auch diesmal wieder dem Schicksal überlassen – ich habe mich heuer für ein Schicksal der Marke Happy People entschieden und bereits einen soliden Euro darin investiert.

Zusammengefasst, in den Äther gerufen:

2017 – thank you, aber: Das war echt anstrengend.

2018 – ich wär’dann so weit, sieh meine weit geöffneten Arme, komm’ ‘rum und benimm dich.

Ihnen, werten Leserinnen und Lesern, (und mir selbst) wünsche ich nun einen angenehmen und vergnüglichen Jahresausklang und -wechsel.

Bis dann,
immer die Ihre: KK

December 16, 2017