Buchpremiere: NINA & TOM von Tom Kummer – 16. März in Berlin

Das Buchcover zeigt das unscharfe Hochzeitsfoto von NINA & TOM, im Selfiemodus in den späten 90er Jahren aufgenommen, ein paar hundert Kilometer südöstlich von Los Angeles

TOM KUMMER gilt manchen als Skandal-Autor, seit im Jahr 2000 herauskam, dass er Medien wie dem SZ-Magazin und dem Magazin des Zürcher Tages-Anzeigers teils frei erfundene Interviews mit Prominenten, etwa Pamela Anderson oder Charles Bronson, verkauft hatte. Kummer selbst sprach und spricht lieber von Borderline Journalismus – von einer fiktionalisierten Betrachtung, Überhöhung, Verfälschung (oder: überhöhten Verfälschung) der Welt, von einer Kunstform, wie sie der Postmoderne angemessen sei. Ich möchte das hier nicht beurteilen oder kommentieren und verweise schlicht auf den Lexikon-Eintrag zu Tom Kummer.

Kummer schrieb mehrere Bücher, die sich überwiegend um sein Schaffen drehen (etwa Good Morning Los Angeles, 1997, und Blow Up, 2007). Jetzt legt er ein weiteres vor: NINA & TOM erzählt von der Liebesgeschichte zwischen Kummer und seiner Frau Nina – mit der er zwei Söhne hat – und die 2014 an Krebs starb. Es ist die Story einer intensiven und aufreibenden Liebe zwischen zwei sehr starken Charakteren (eigenwillig wäre als Attribut beinahe zu schwach). Und eben auch eine Story übers Sterben. Der Verlag, Blumenbar bei Aufbau, wirbt mit folgenden Worten:

So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.

Ähnlich wie im Herbst bei Thomas Meineckes Roman SELBST habe ich nun auch hier das Vergnügen, die Berliner Premiere des Buches zu moderieren.

Donnerstag, 16. März, 20 Uhr im TAK-Theater im Aufbauhaus.

Ich freue mich auf den Abend.
Vielleicht kommen Sie ja vorbei.

Immer die Ihre: KK