Düsseldorf – Westdeutschland

Auf dem Foto v.l.n.r.: Gislind Nabakowski, Bim Reinert, Blinky Palermo im Februar 1968 in der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf (Motiv gesehen bei rheingoldblog.wordpress.com)

Auf dem Foto (Werner Räune) v.l.n.r.: Gislind Nabakowski (Künstlerin), Bim Reinert (Betreiberin des Clubs “Creamcheese”, siehe Video weiter unten), Hartmut Kaminski (Filmemacher), Blinky Palermo (Künstler) im Februar 1968 in der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf (Motiv gesehen bei rheingoldblog.wordpress.com)

Achtung, bei diesem Blogeintrag hier handelt es sich um einen Sonderfall von Blog-o-Vampirismus. Will sagen: Die Lektüre des Buches Doppelleben. Kunst und Popmusik (ein Buch, auf das ich gerade hier bloggend hinwies) inspirierte mich zu diesem Eintrag. Jörg Heiser, Co-Chefredakteur des internationalen Kunstmagazins FRIEZE, widmet in seinem gut 600 Seiten starken Buch nämlich der Stadt Düsseldorf einige Aufmerksamkeit – im Zusammenhang mit der Post-Punk- und Kunst-Szene dort, in den 70er/80er Jahren natürlich (heute ist diesbezüglich ja nicht mehr allzu viel los, weder in Düsseldorf noch sonstwo). Na, jedenfalls habe ich ja ein gewisses Faible für die Denk-, Bild-, Klang- und Sprachcodes und Haltungen, die im (westdeutschen) Post-Punk entstanden und aus ihm hervorgingen. Düsseldorf war damals einer der interessantesten und lebendigsten, äh, Herde, Motoren, Triebwerke des Ganzen. Und so googelte ich, nach der Kunst-und-Theorie-Buch-Lektüre, zum puren Freizeitvergnügen ein wenig zu den Schlagworten #Düsseldorf, #70er, #80er, #Post-Punk herum und fand vieles Interessantes, das ich mir dann sozusagen gebookmarkt habe.

Das Prunkstück meines Herumgegoogels ist eindeutig das hier folgende – ich muss es Ihnen einfach zeigen: ein 30minütiger TV-Bericht, eine Mini-Dokumentation über die Düsseldorfer Alstadt, die damalige (und auch noch heutige) “Ausgehmeile” der Stadt – ein Bericht von 1975 – ein Blick in die damalige westdeutsche Gesellschaft – erzählt an verschiedenen Musiklokalen und ihren doch recht unterschiedlichen BetreiberInnen und BesucherInnen.

Erleben Sie im Folgenden also u.a. die John Dabbeljuh Rindfleisch Band, eine Laien-Combo, die Dixieland-Jazz zum Besten gibt und in der “ein Autoschlosser, ein Angestellter, ein Arbeiter, ein Produktmanager, ein Fluglehrer” mitspielen, gefilmt bei einem Auftritt in der Bierkneipe Pöötzke – und erleben Sie auch einen exklusiven Besuch im Avantgardeclub Creamcheese, der sich in dichter Nähe zur Bierkneipe befand – “die andere Seite des bunten Farbspektrums Altstadt, Musik, Tanz bis zur scheinbaren Ekstase”, wie es in dem TV-Beitrag heißt –, mit einigen O-Tönen der Chreamcheese-Betreiberin Bim Reinert (1934-2011), die auch auf dem Foto oben zu sehen ist (2.v.l.).

EXTRA-SPEZIAL-SONDER-LINK: Ja-ja-ja-ja, ich weiß: Düsseldorf und das Ruhrgebiet haben ü-ber-haupt-nichts miteinander gemein, deutlicher noch: Sie wollen auf gar keinen Fall miteinander in Verbindung gebracht werden! Dennoch erlaube ich mir, hier noch auf die – superfantastische! – Fotoserie Die 80er im Ruhrgebiet hinzuweisen – Dutzende Schwarzweißbilder, die der Fotograf Reinhard Krause aus seinem Archiv gezogen und online gestellt hat – wirklich: ganz grandiose Aufnahmen. Düsseldorf und/oder das Ruhrgebiet: Das lokale Gezacker zwischen diesen beiden Siedlungsgebieten ist mir doch ganz egal – das generell Westdeutsche (der 70er/80er) daran interessiert mich. Weil ich eben in den 70ern/80ern in Westdeutschland aufgewachsen bin, daran wird’s liegen.

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