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Extremely outgoing habe ich mich in den vergangenen drei bis vier Wochen gegeben – man nennt diese Saison gemeinhin Frühherbst.

Es folgt nun ein ausgesprochen seichter Beitrag.

Ich zähle zu den Menschen, die, sobald es weniger als 16, 17 Grad hat, erst einmal frieren wie Sau, und immer Anfang Oktober kann ich mir partout nicht vorstellen, wie es erst im Dezember und Januar gehen soll, wie man bei 5 Grad oder weniger überleben kann.

Ich kannte mal jemanden, der sagte, er möge den Herbst, weil er dann alle seine Jacken wieder tragen könne.

An das Thema Jacken knüpfe ich am Ende diese Beitrags an. Vorher sehen Sie eine Dia-Show: einige Fotobeweise meiner mittlerweile gut erprobten Survivalstrategie – aggressiv-proaktives Outdoor-ing – sozusagen: jetzt erst recht! – Kampfspaziergänge – ME vs. AUTUMN – Kastanien aufheben und in die Jackentaschen stecken und zwei Kilometer weiter dann doch wieder wegwerfen – all der Herbst-Kitsch inklusive. Ich kann diese Methode empfehlen. Man holt sich … gewissermaßen … etwas zurück. Es ist sogar ganz schön. (Auch wenn mir das nicht passt!)

Das Spazierengehen wird (anders als das Flanieren) ohnehin zu selten gewürdigt. Insbesondere wenn es sich um Wiederholtes Spazierengehen im selben Karree handelt. Es folgt nun also ein Foto-Mash-up aus Kampfspaziergängen am Plötzensee – im Weddinger Goethepark – in Rehberge – und am Tegeler See. Vielleicht auch … um mich selbst besser daran zu erinnern … wenn ich ab morgen dann wieder dauerhaft in einem Redaktionsbüro sitze. (“Jeder geschlossene Raum ist …” – Sie kennen den Blumfeld-Song vielleicht.)

Zur durchaus recht cheesy geratenen Dia-Show offeriere ich einen für Kullmann-Verhältnisse unfassbar lieblichen Soundtrack – und dazu den Hinweis, dass das Entenfüttern nicht immer gut ist, nein nein.

Here we go:

Zum Jacken-Komplex noch:

Auch ich habe ziemlich viele Jacken, von denen die meisten für den Sommer zu dick und für den Winter zu dünn sind. Eine davon ist eine ganz besondere (für mich) – sie war hier eben über den Kastanien zu sehen, unten folgen noch zwei Detailbilder. Es ist das einzige Kleidungsstück, das ich mir je habe maßschneidern (!) lassen, im Herbst 1990 in London, als ich mich als junge Frau (“Mod-Mädchen”) dort eine Weile aufhielt und unbedingt so smart wie möglich aussehen wollte, auch wenn ich in einem trüben Seitengassen-Café für 2,50 Pfund die Stunde Tomaten-Käse-Sandwiches zubereitete, es mir also nicht so ganz direkt leisten konnte. Egal – ich war 20 und ließ mir ein Hunting-Jacket anfertigen, etwas, das man Pi mal Daumen auch zu einem Jagdausflug auf edlen fuchsroten Pferden tragen könnte. Pfff. Die Jacke ist bis heute voll in Schuss, flawless, würde man auf Englisch sagen, und niemals werde ich sie weggeben. Sie ist jetzt tatsächlich 27 Jahre alt. Time is such a thing! Sie passt allerdings … nicht mehr so gut, wie man unten sehen kann. Mit angestrengtem Luftanhalten bekomme ich sie gerade noch so zu, aber sie sitzt dann halt sehr wurstig. Würde ich kraftvoll ausatmen, würden vermutlich die Knöpfe abspringen und jemanden erschießen. Zu seltenen Anlässen (wie herbstlichen Kampfspaziergängen) trage ich sie aber noch – geöffnet natürlich. Ich bin der Treue treu, sozusagen. Easy does it.

Überdies & sowieso & es wird dann ja auch wieder Frühling eines Tages, bestimmt!: Immer die Ihre, KK

P.S: Das Musik-Duo oben, die Brunettes, kommt übrigens aus Neuseeland. Twee-Indiepop heißt dieser Sound, Heather Mansfield heißt die Dame, Jonathan Bree heißt der Herr. Von Letzterem gibt es seit einigen Wochen ein ganz neues, ein Solo-Werk. Dieses schwer melancholische Synthie-Stück gefällt mir recht gut. (Ich denke dabei an Pulp und an diesen Text.)

September 30, 2017