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Was für ein Umweg: Mit drei Jahren Verspätung kam nun endlich dieses Buch zu mir: IS IT ‘CAUSE IT’S COOL? Affective Encounters with American Culture. Es handelt sich um einen 2014 erschienenen Sammelband mit einem guten Dutzend Essays über das, was gemeinhin American Popular Culture genannt wird – und über den soziologischen und kulturwissenschaftlichen Gehalt jener Culture in der Gegenwart. Was mich sehr freut: Die RASENDEN RUINEN sind ausführlich erwähnt, über mehrere Seiten, und zwar in dem Aufsatz Eminem Rejects Ruin Porn des Amerikanisten und Kulturwissenschaftlers Georg Drennig. Oben sehen Sie einen Auszug aus Drennigs Text, hier sehen Sie das Buch:

Den Hinweis darauf erhielt ich aus Amerika. Für mein Archiv wollte ich den Band natürlich haben.

Wie es gelegentlich mal geschieht, sah ich in der Hektik des Internets aber nicht so genau hin, bzw. saß ich dem Missverständnis auf, dass es sich um eine US-Edition handelte. Und so versuchte ich, einigermaßen umständlich, das Buch aus den USA in den Wedding zu bekommen. Erst als es neulich, Monate später, ankam, wurde mir klar, dass ich es viel einfacher auch innerhalb Europas hätte bestellen können, beim LIT-Verlag.

Dieses Buch bzw. dieser Aufsatz ist also ganz schön weit herumgekommen – und der Produktions-, Bestell- und Liefervorgang gewissermaßen ein Mikro-Beispiel für Globalisierung: Er lief über >>> Detroit (wo die Musik spielt) >>> Hamburg (wo ich nach meiner Vorort-Recherche die Rasenden Ruinen ganz in Ruhe schrieb) >>> Berlin (wo die Ruinen 2012 bei Suhrkamp erschienen) >>> Graz bzw. Salzburg bzw. Wien (wo zwei Jahre später an verschiedenen Unis dieser Sammelband in Angriff genommen wurde, in der Reihe American Studies in Austria) >>> Duisburg (wo der Autor des genannten Beitrags an der Uni gerade forschte, während er seinen Gast-Beitrag schrieb) >>> einen/eine unbekannte Vorbesitzerin genau dieses Exemplars irgendwo im Großraum NYC >>> und schließlich >>> Brooklyn (wo ein freundliches Antiquariat den Band jetzt noch vorrätig hatte), des Weiteren dann noch über ein >>> Luftfrachtflugzeug (oder Containerschiff), ein >>> Überseepost-Verteilungszentrum im Großraum Berlin und >>> die gelbe Fahrradtransporttasche des Postboten, der mir das Päckchen vergangene Woche >>> im Weddinger Hausflur in die Hand drückte – finally.

Die Klimabilanz dieses Kaufvorgangs ist nicht ganz optimal, das räume ich ein. Dennoch freue ich mich natürlich über den Is It ‘Cause I’s Cool-Band. Es ist, sozusagen, eine Ehre, von anderen Autorinnen oder Autoren zitiert zu werden (und besonders schön, wenn der- oder diejenige auch verstanden hat, was man geschrieben hat), außerdem finden sich in dem Band noch etliche weitere interessante Themen – vom Spectacle of Technoscience über die 1990er-TV-Serie Beverly Hills 90210 über Contemporary North American Fiction, the Politics of Ethnic Marketing bis zum Emotional Capitalism und dem Survival of the Salesman.

Eine klare Leseempfehlung also für those who are interested. (Die RASENDEN RUINEN sind selbstverständlich auch noch erhältlich, und das auf Deutsch, by the way.)

Zur Feier des ganzen Vorgangs hier noch ein Stück Musik aus Detroit, dargeboten von einer der führenden Techno-Künstlerinnen aus der Motorcity, Kelli Hand aka K.Hand:

Immer die Ihre: KK

September 10, 2017