Essay über die Piratenpartei bei ANALYSE & KRITIK



Ein Essay über die Piratenpartei, den ich im vergangenen November für diese ANTHOLOGIE geschrieben habe, ist jetzt in verschlankter Version in der aktuellen Ausgabe von ANALYSE & KRITIK (AK) erschienen und >>>HIER nachzulesen.

Anmerkung: Das weibliche “-IN” (etwa: “PiratInnen” oder “RebellInnen”) in der nun erschienenen Fassung hat die AK-Redaktion hineinredigiert – was mich nicht allzu sehr stört. Will nur darauf hinweisen, dass es nicht mein Duktus ist.

Griechenland in Germany

Links Berlin, rechts Düren:

Interview mit Interview und andere Interviews

Neulich mal wieder mit Andy W. geplaudert. Und INTERVIEW ein Interview gegeben. (Naja, dem INTERVIEW-Blog.) Online >>> HIER. In Wirklichkeit hat INTERVIEW-Redakteurin Nina Scholz die angenehmen Detroit-Fragen gestellt. Andy war nämlich in Urlaub. Aber als der Andy auf seinem Handy noch mal alles kontrolliert hat, bevor es online geht, von seinem Campbell-Soup-Strandlaken aus, da hat er doch glatt das Wort “Sozialdemokratie” aus meiner Rede gestrichen – und nur noch den “Liberalismus” stehen lassen! Obwohl ich doch beide Ideen fast gleich lieb habe! Typisch. Kontrollwahn, beim Andy. Bloß weil er fürchtet, dass ihm ein paar Leser und Sammler abspringen, beim bösen “S”-Wort. Das ist so albern! Diese ungeheure Furcht der creative class vor dem S-Wort! Anyway, ansonsten ist’s okay. Und die INTERVIEW-Interview-Seite ist schön gemacht, mit Fotos und so.

Ebenfalls optisch hübsch aufbereitet ist ein Interview mit dem Blog >>> TRANZIT PAPER (Homebase: Vienna). “Hübsch aufbereitet” meint die Fotos drunter, ganz unten – auf denen rote Fingernägel durch die RASENDEN RUINEN blättern – aber meine Nägel sind’s nicht! Toll! Gefällt mir. Like. Daumen hoch. Yup.

Und dann, schließlich und endlich, die wahre Kunst des Interviewgebens – absolute Top-Spieler-Klasse – unerreicht – und auch für den bisschen verklemmten Andy hänge ich das hier hin, als wohlmeinende S-Wort-Belehrung und freundliche Aufforderung, sich mal locker zu machen (wenigstens im Urlaub, ey!). Kumpel Willy B. zeigt jedenfalls, wie’s geht:

RASENDE RUINEN in der JUNGEN WELT

Der großartige Schriftsteller JAMAL TUSCHICK – Leseempfehlungen aus meinem Bücherschrank: Aufbrechende Paare und Bis zum Ende der B-Seite – hat für die Tageszeitung JUNGE WELT eine Buch- und Lesungs-Rezension über die RASENDEN RUINEN verfasst.

Tuschick schreibt u.a.: “Vier Wochen Amerika reichten der Autorin, um Detroit zu kapieren – und den Regeln der rasenden Reportage gerecht zu werden. Solche Überflüge können reich machen, dafür gibt es Beispiele von Hunter S. Thompson bis eben jetzt zu ihr. Nein, diese quecksilbrige, gern mal die prekären Verhältnisse einer Medienexistenz beklagende Autorin aus dem Taunus, inzwischen lebt sie in Hamburg, bleibt nicht auf der Strecke von zu vielen Informationen in zu kurzer Zeit, sie geht über die volle Distanz ihrer Aufgabe, ohne in der Elaboration geballte Zuflucht suchen zu müssen. (…) Kullmann hat sich auch mit einem Soulstudium und mit Überlegungen zum ,Fetischcharakter’ auf Detroit vorbereitet. Genüßlich läßt sie sich den Bären einer Mordsstory aufbinden, von einem, der seine trostlose Gegenwart mit einer grandiosen Vergangenheit aufputzt. Ja, der Motown-Mythos bleibt vital, nicht nur in den Erzählungen der Obdachlosen. Die museale Industriemoderne bietet sich als Underground an, Detroit im Ganzen als ,ein Ort, der seine eigene Mythenhaftigkeit begreift’. (…) Kullmann begreift sich selbst genug, um zu wissen, daß solche Ansichten aus ,Mittelklassephantasien’ kommen und immer etwas von ,Ruinenpornos’ haben, in denen Künstler die Areale fluten.”

Tuschicks brutal intelligenter und schöner Text ist in Gänze >>> HIER nachzulesen.

►►►►► PS: Übrigens – äh, ja – also, da sind schon, äh, ein paar Spitzen, in dem Text, also ein paar Sticheleien. Na und? Der Text ist trotzdem gut, in seiner Samthandschuh-Boshaftigkeit. Deswegen hänge ich ihn hier hin. Und außerdem ist es faszinierend (manchmal irre), was Leute sich für ein Bild machen, das ist superinteressant. Also hier zum Beispiel: “Reich”, wie es oben steht, bin ich leider nicht. (Das weiß der Tuschick natürlich auch, wir haben ja denselben Job). Aber mit Hunter S. Thompson in einer Zeile zu stehen, ist schon okay (wir haben beinahe am selben Tag Geburtstag, Thompson und ich – Fauser und ich sowieso). Und eine quecksilbrige Autorin bin ich natürlich auch.

Danke, Berlin!

Was für ein schöner, interessanter, freundlicher Lese-(und Bar-)Abend in Berlin! Die RASENDEN RUINEN und ich sagen danke an Friedrich von Borries, der intelligent und charmant durch die Veranstaltung geführt hat, danke an den Suhrkamp Verlag, der zu selbiger eingeladen hat – und vor allem danke an die vielen Leser, Zuhörer und Freunde, die gestern ins HBC zur Buch-Premiere gekommen sind – und das trotz des Bayern-Real-Spiels. (Immerhin lief das Rasen auf dem Rasen auf einem Fernsehapparat in der Bar-Lounge-Lobby, so dass zumindest die zweite Halbzeit dann auch alle sehen konnten.)

ALSO: ES WAR TOLL!!!

Selbstverständlich wird es weitere RUINEN-Lesungen geben – und auch das sagenhafte ECHTLEBEN rast in den kommenden Wochen erneut durch die Gegend. We call it: Doppeltournee. Das blaugelbe Superbuch macht z.B. morgen, 19.4., in Düren, am 23.4. in Hamburg, am 27.4. in Wien und am 2.5. in Hannover Station. Details in der >>> TERMINLISTE.

Das ECHTLEBEN, die RUINEN und ich – wir finden das alles wirklich ganz, ganz großartig. Merci & see you!

RASENDE RUINEN im aktuellen FREITAG – und: live am DIENSTAG!!!

Oben sehen Sie zwei weitere Original-Detroit-Motive: Links einen Ausschnitt des legendären Soul-Regals im besten Plattenladen der Welt – bei Brad Hales’ Peoples’ Records. Rechts eine Aufnahme aus dem Luxus-Restaurant im obersten Stockwerk des 159 Meter hohen Detroiter Renaissance Centers, wo das Top-Management der Automobilindustrie zu speisen pflegt. Beides, Plattenladen und Luxus-Restaurant, kommt in den RASENDEN RUINEN vor.


Und noch einmal laden wir hiermit herzlich zur

► BUCH-PREMIERE am Dienstag, 17. April, 20 Uhr, in Berlin!

Alle Infos kommen en detail, wenn Sie auf das kleine Buchbild hier links klicken.



Unterdessen freuen wir uns über die freundliche Berichterstattung in einigen Medien. “Ist das wirklich das neue Berlin?” – fragt etwa Katharina Schmitz in ihrer RASENDE-RUINEN-Besprechung, die in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DER FREITAG erschienen ist – >>> HIER in Gänze auch online nachzulesen. Schmitz schreibt u.a.:

“Kullmann ist für vier Wochen (nach Detroit) gekommen. Sie hat sich einen unverfänglichen Hoody gekauft; Detroit ist eine der gefährlichsten Städte der USA, also bloß keinen Ärger provozieren. Jetzt fährt sie über gespenstisch leere Highways – in einem vielsagenden Hyundai. (…) Auf ihrem Trip trifft Kullmann alle möglichen Leute: die fünffache schwarze Mutter, die kurz bevor sie das Haus räumen muss, noch einen befristeten Callcenterjob ergattert und sich wahnsinnig freut, weil es erstmal weiter geht; (…) „Shit, ich bin zu Hause“, denkt Katja Kullmann, als sie den kreativen Hipstern dann doch begegnet. (…) Wem immer Kullmann begegnet, sie trifft auf ein Stück amerikanische Mentalität: auf eine lakonische, pragmatische, kreative Unerschütterlichkeit. Daraus ließe sich lernen in Berlin, wo man sich gegenseitig der Gentrifizierung bezichtigt und sich verstrickt (…)”

Je veux être plus française

Soeben aus Frankreich zurückgekehrt, denke und fühle ich folgendes: Je veux être plus française. Parce que la France est un pays magnifique et les gens sont tout aussi animée que moi, alors je me sens très à l’aise là-bas. Über die Vorzüge, nicht groß, stattlich und blond, sondern mit mickriger Statur und naturdunklem Fell geboren zu sein  – Vorzüge, die sich vor allem beim Reisen in südliche Länder erweisen – werde ich eines Tages eventuell mal ein paar Spezial-Sätze fallen lassen. In jedem Fall werde ich demnächst ein Fotoalbum mit etwa 30.000 total tollen Aufnahmen hier veröffentlichen. Ach, es ist so charmant dorten! In Frankreich! Zumal in dessen Süden! Ich muss einfach wieder öfter hinfahren. Und dann ist mir wieder einmal aufgefallen: Ein blau-weiß gestreifter, leichter Seeemanns-Pulli, Marine-Look, ist eines der zehn ewigen Kleidungsstücke. Ein solcher Pulli zeichnet sich durch zeitenüberschreitende Gültigkeit aus. Nothing is ever wrong with that, you can wear it always. Oben sehen Sie in der Mitte Niki de Saint Phalle, die Unvermeidliche, wie sie mir in einem Museum in Nizza begegnet ist – links und rechts davon moi – überglücklich, dass ich das Marine-Ding in den Koffer gepackt hatte – leider allerdings nicht das ganz Korrekte – habe drei solcher Pullis, zwei mit Original-U-Boot-Ausschnitt – habe aber aus Versehen ausgerechnet das Rundhals-Ding mitgenommen. Naja. Lors de la prochaine visite en France, je ne ferai pas cette erreur plus!

Themen, Texte, Tralala


Neu im JOURNALISMUS-ARCHIV: Internet, Männer, Kapuzenpullis!

Ein Bericht über einen Selbstversuch mit dem neuen Social-Media-Dings PINTEREST ist >>> HIER nachzulesen – erschienen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG. (Es geht in dem Beitrag unter anderem um Katzenbilder und elementare Wortlosigkeit.)

Eine strenge Buchbesprechung über ein MÄNNER-MANIFEST ist >>> HIER nachzulesen – erschienen im Zürcher TAGES-ANZEIGER und im Wiener Standard (Wien). (Die Leserbriefschwemme hierzu ist gewaltig – 100% der Zuschriften haben einen männlichen Absender – etwa 50% sind freundlich, der eine oder andere Heiratsantrag darunter – etwa 50% strotzen nur so vor etwas, das man womöglich als Unterart von Hass beschreiben könnte – was uns zu der Aussage verleitet: Heterosexualität ist und bleibt a risky business – aber wir können und wollen einfach nicht von ihr lassen.)

Ein Kultur-Kommentar über die SYMBOLKRAFT DES HOODIES ist >>> HIER nachzulesen – erschienen im Feuilleton des FREITAG. (Gebloggt hatten wir dazu ja auch schon mal, nämlich HIER. Ergänzend ist nun anzumerken: Der Todesschütze ist mittlerweile festgenommen und muss sich vor Gericht für die Tat verantworten.)