SOUND & VISION: Über eine Art von Liebe – und über Mode – wieder was zum Hören – diesmal mit charmantem österreichischen Akzent!

Ein Blick in den Band “Photography & Film” (Christoph Keller Editions/Ringier, Zürich, 2013), in dem Arbeiten der verehrten österreichischen Fotografin und Filmemacherin Friedl Kubelka vom Gröller versammelt sind; hier ein Modemotiv von 1971, mit Dior-Brille

Österreich war gerade erst vor zwei Monaten hier kurz ein Thema. Und jetzt erneut – obwohl es so gar nicht gedacht war, damals, im Jahr 2013, als ich eine Art Kurzgeschichte, oder besser: ein Stück (Rollen-)-Prosa für die Anthologie MODERN LOVE. Geschichten über die Liebe schrieb, die bei Suhrkamp erschien.

Der Text trägt den Titel Marie ♥ Mary (sprich: Marie loves Mary), und er kam, aus welchen Gründen auch immer, gut an, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung druckte ihn in ihrem Feuilleton – und der ehrwürdige ORF vertonte die Story, für die Radioreihe ORF Radiogeschichten. Die Schauspielerin Anja Pölzl las also den von mir geschriebenen Text – und ich war angetan davon – nicht nur, weil Anja Pölzl so eine angenehme Stimme hat (und eben dieses charmante leicht Östereichische), sondern auch, weil so ein Text durchs Vorlesen (von einer Fremden) plötzlich etwas ganz Eigenes bekommt – etwas, das ich selbst beim Eigenvorlesen ja niemals feststellen kann – also: Keine Autorin, kein Autor kann ja wissen, wie ein Text wirklich “funktioniert”, für andere – und für andere ist ein Text ja meistens geschrieben! Man kann ja nur (ich finde: man muss auch!) herauszufinden versuchen, ob ein Text taugt oder nicht. Und dazu hat man ja immer nur seine eigenen Mittel, immer nur seinen eigenen Kopf, oder sein Eigengehör (wenn man sich z.B. einen Text selbst vorliest, probehalber, wenn man es sogar aufnimmt und dann abhört, um zu sehen, wie der Text klingt, wie vor allem der Rhythmus ist und ob die Wortspielereien funzen). Rundum: Ja – s’ist schon einigermaßen wunderbar, wenn jemand anderer sich die Mühe macht, einen solchen Text vorzulesen. Man selbst würde etliche Dinge z.B. vielleicht schon mal ganz anders betonen, würde andere Pausen setzen. Aber: egal! Der Text: existiert! Und von einem fremden Mund gesprochen, bekommt er eben wirklich etwas Eigenes. It’s kind of magic. (Und es ist gut. Fürs neue Schreiben, pipapo.)

Um zur heutigen Pointe zu kommen (wir haben ja eigentlich gerade gar keine Zeit zum Bloggen!): Fast 4 Jahre ist die Vertonung des ORF her – damals hieß es, das mp3 dürfe ich leider nicht haben, schon gar nicht veröffentlichen, Rechtegründe, pipapo. Nun klopfte ich, mit all dem zeitlichen Abstand, noch einmal an – und die freundliche ORF-Redakteurin Ingrid Bertel ließ mir den, äh, Soundfile zukommen, zur freien Verfügung. LangzeitstammleserInnen kennen’s vielleicht eh noch, für alle anderen:

>>> HÖREN Sie HIER (nur wenn Sie wollen natürlich, ich werde es nicht abfragen) ca. 9 Minuten MARIE ♥ MARY, sung by Anja Pölzl, edited by ORF.

Immer die Ihre: KK