Chimamanda Adichie: der Intellekt der Gegenwart (und Zukunft)

Ich gebe zu: Über die vergangenen zwei, drei Jahre habe ich Einiges über diese Autorin aufgeschnappt, ausschließlich Positives – aber nie habe ich zugeschnappt. Diese Frau schreibe auf eine aufregende, erhellende Art über Rassismus und Sexismus, sagten mir viele andere. Ich machte mir eine Notiz im sprichwörtlichen Hinterkopf – dass ich mir ihre Arbeit einmal[…]

Sogenannte Liebe und die Folgen: CUSK und KUMPFMÜLLER

Heute mal wieder längere Texteinträge. Über zwei neue Romane – die sich gewissermaßen ergänzen – denn beide sind aus der Perspektive von mittelalten Menschen (grob um die 40) erzählt, einmal aus der Sicht einer Frau namens Faye, einmal aus der eines Mannes namens Georg – und beide Romane drehen sich um die Ruinen sogenannter Liebe[…]

Frühlingsgefühle: Tracey Emin und ihr Ehemann, der Stein

Erschienen im März 2016 im Freitag. Die britische Künstlerin Tracey Emin hat ihre Hochzeit mit einem Stein bekannt gegeben. Sie ist nicht die erste Frau, die sich für ein lebloses Objekt erwärmt Verlässlichkeit ist gar kein Ausdruck für das, was die britische Künstlerin Tracey Emin an ihrem Gatten schätzt: „Er ist immer für mich da,[…]

Journalistinnen: “Des denkenden Mannes Objekt der Begierde”

Zum 8. März, dem internationalen Kampftag für die Rechte der Frauen oder Weltfrauentag oder wie auch immer man diesen Gedenktag für, hm, strukturelle Ungleichheit und deren Überwindung nennen mag, habe ich in der Rubrik A-Z im Freitag (immer auf der letzten Seite der Zeitung) eine Liste von einem guten Dutzend Journalistinnen zusammengestellt, die mich ganz[…]

A-Z Journalistinnen: “Des denkenden Mannes Objekt der Begierde”

Erschienen in der Rubrik A-Z des Freitag im März 2016 A–Z Sie streiten für die Freiheit, lästern übers Establishment, decken Korruption auf. Unser Kolleginnenlexikon zum Frauentag am 8. März A Die Aufsteigerin Sie wuchs im Londoner East End auf, sprach mit Cockney-Akzent, verkaufte Zahnbürsten und hatte große Ambitionen. „Ein Star werden, das war etwas, woran[…]

Darauf einen Nihilitz!
Die ANGRY YOUNG MEN und das Prinzip MOD

Oben sehen Sie den britischen Schriftsteller ALAN SILLITOE (1928-2010), irgendwann in den 1950er Jahren. Er war damals Ende 20 und zählte zu einem Schwung zorniger junger Männer, zu den ANGRY YOUNG MEN, wie britische Kulturjournalisten die lose Generation von Dramatikern, Romanautoren und anderen Künstlern bezeichneten, die sich in den Nachkriegsjahren mit der “sozialen Entfremdung und[…]

Jimmy Somerville: “Ich hatte immer ein Faible für Discodivas”

Erschienen im März 2015 im FREITAG. Jimmy Somerville gab mit seinen 80er-Pop-Songs nicht nur schwulen Kleinstadtjungs eine Stimme. Als gereifter Musiker ist er nun wieder da Eine Hotelbar in Berlin, Presse-Promo-Interview-Termin. Das Deutschlandradio ist da, ein paar Zeitungen. Und eine Abordnung aus der hohen Schule des Diskurses: Pop-Feuilletonist Max Dax ist erschienen, und das Magazin[…]

BEING FAUSER

Im Sommer 2014 anlässlich Jörg Fausers 70. Geburtstag in der Zeitschrift Drecksack erschienen. 70 wäre er geworden, in diesem Sommer. Am 16. Juli. Dem Tag des Lederjackenkitsches. Des Biertrinker-Blueshörer-Gedröhnes. Der Macker-Folklore und der Schläger-Opern. Wann wird das erste Jörg-Fauser-Stipendium vergeben? 10.000 Euro müsste das wert sein, mindestens. Wie sie sich zu seinem Sechzigsten schon aufbauten,[…]

Northern Soul – ein Erklärstück

Erschienen 2009 im ROLLING STONE Singles, Schweiß und Pirouetten Mit dem Soul ist es einfach: Entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht. Der Soul heult und jubelt, ohne Rücksicht auf Verluste, er verhandelt Gefühle, ganz ohne Tarnung, ganz ohne Ironie. Motown ist für die meisten die Einstiegsdroge. So auch für mich: Herbst 1990,[…]