Oostende forever

Herzliche Grüße aus Oostende! Der weltberühmten 70.000-Einwohner-Stadt an der belgischen Küste, deren Besuch neulich hier anmoderiert wurde. Nach ca. 18 Jahren war ich nun erstmals wieder dort. Und habe das Bedürfnis, das Beige-Blaue dieses Ortes jetzt im Internet vorzuzeigen. Einst nutzten Stefan Zweig, Joseph Roth, Irmgard Keun u.a. diesen Ort als (Zwischen-)-Exil vor den Nazis[…]

Das F-Wort – und der Schriftsteller Sinclair Lewis (1935): “It can’t happen here”

Im Zusammenhang mit dem Trump-Komplex kursiert seit einigen Wochen nun ja wieder ganz verstärkt das F-Wort, in Amerika wie hierzulande, F wie Faschismus – und mit “kursiert” meine ich hier jetzt, dass jenes Wort in etlichen Texten zum Wahlsieg des Immobilienunternehmers aufblitzt – mal als vage Frage und Befürchtung (die dann aber innerhalb so manchen[…]

Barbara Vinken: “Mode ist barmherzig”

Erschienen im Oktober 2016 im Freitag. Interview: Textilien kann man lesen und interpretieren wie Texte, sagt Barbara Vinken. In ihrem Buch zeigt sie auf, was Kleidung so alles über Gesellschaften verrät Ja: Wer sich für Stil- und Modefragen interessiert, der verfolgt ein gewisses Distinktionsinteresse. Er oder sie will sich von anderen abheben, weiß die Literaturwissenschaftlerin[…]

Jo Cox – und einige Überlegungen (in aller Aufgewühltheit angestellt) – Fazit: NOCH MEHR MODERNE! UND ZWAR SOFORT!

Jo Cox. Porträts über die britische Labour-Politikerin und Brexit-Gegnerin, die am Donnerstag in ihrem Wahlkreis im nordenglischen Birstall von einem 52jährigen Mann ermordet wurde, der Verbindungen zur US-amerikanischen Naziszene und zu südafrikanischen Apartheidsbefürwortern gehabt und während der Tat “Britain first!” gerufen haben soll, gibt es derzeit viele zu lesen. Etwa dieses hier vom GUARDIAN, in[…]

Der volle Furor in Echtzeit

Erschienen im Freitag im April 2016 Elfriede Jelinek verdichtet die Mordlust der IS-Terroristen und den Pegida-Hass zu einem Wahnsinnscocktail der “Wut” (Uraufführung an den Münchner Kammerspielen, Regie: Nicolas Stemann) Noch bevor die Schauspieler die Bühne betreten, noch bevor ein Mensch das erste Wort spricht, hat das Telefon seinen Auftritt. Es klingelt, kurz, aber eindringlich. Einige[…]

Elfriede Jelineks “Wut”

Jetzt im neuen FREITAG: eine Doppelseite zum Theater – mit drei Texten, die der Frage nachgehen, wie hiesige Bühnen aktuell auf die Gewalt und den Hass reagieren, den islamistische Terroristen und neue Rechte ausagieren. Das, was diese Gesellschaft hier noch an Freiheit aufweist, ist ja von beiden Seiten, Islamisten und Rechten, bedroht. Beide Lager hassen[…]

A-Z Journalistinnen: “Des denkenden Mannes Objekt der Begierde”

Erschienen in der Rubrik A-Z des Freitag im März 2016 A–Z Sie streiten für die Freiheit, lästern übers Establishment, decken Korruption auf. Unser Kolleginnenlexikon zum Frauentag am 8. März A Die Aufsteigerin Sie wuchs im Londoner East End auf, sprach mit Cockney-Akzent, verkaufte Zahnbürsten und hatte große Ambitionen. „Ein Star werden, das war etwas, woran[…]

Auf der Flucht: Irmgard Keuns Roman “Kind aller Länder”

Jetzt im neuen Freitag: eine Besprechung von Irmgard Keuns Roman Kind aller Länder, erstmals 1938 in den Niederlanden erschienen, beim Querido-Verlag, der sich in Amsterdam auf deutsche Exilliteratur spezialisiert hatte. Jetzt ist Keuns Geschichte über das zehn Jahre alte Flüchtlingsmädchen Kully bei bei Kiepenheuer & Witsch wieder neu aufgelegt worden. Keun war, während sie Kind[…]

Ernst Haffners BLUTSBRÜDER – eine Rezension

Im August 2013 im FREITAG erschienen Die Jungs und die Härte der Zeit Es beginnt mit einer Szene, die man so oder so ähnlich öfters im Fernsehen sieht, als Standbild in der Tagesschau oder Video-Einspieler bei Maybritt Illner: Eine graugesichtige Menschenmenge steht im „Bezirkswohlfahrtsamt Berlin Mitte“ Schlange. „Die Glieder rücken auf, scharren mit den Füßen,[…]

Beate Klarsfeld – eine Nominierung

Erschienen im März 2012 im FREITAG Wutbürgerin und Grande Dame Alles an ihr wirkt französisch, ganz Grande Dame: die klassische Garderobe, der dezente Schmuck – und vor allem die Sprache. Wenn Beate Klarsfeld Deutsch spricht, verschlingern sich manche Silben ins Nasale. Viele Sätze beschließt sie in ungewohnt hoher Tonlage, der französischen Melodie folgend. Manchmal wirkt[…]