Yorgos Lanthimos macht merkwürdige Filme

Also, DAS sind vielleicht merkwürdige Filme. Die Filme des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos (*1973). “Merkwürdig” im Sinne von: Man merkt sie sich halt, es geht gar nicht anders. Bislang habe ich ja nur zwei von ihm gesehen. Jene sind allerdings SO seltsam, dass ich anzunehmen versucht bin, dass auch alle früheren und noch kommenden Filme von Herrn Lanthimos sicher superstrange sind, ja, ich habe ihn nun als Filmemacher für strange Fälle gespeichert.

Superstranges ist nicht immer und per se mein Fall – oh nein – es kann einem (mir) auch leicht auf den Geist gehen. In diesem Fall aber kann ich es erstaunlich gut vertragen, ganz gut wegstecken. Der geschätzte Kollege Ekkehard Knörer schrieb über Lanthimos-Filme in der taz einmal:

Das Gute an Lanthimos-Filmen: Die Parabeln gehen niemals ganz auf. Oder jedenfalls stecken die Filme voller Bizarrerien, die als solche – das wäre das Schlechte am Guten an Lanthimos-Filmen – meist etwas allzu Beliebiges haben. Sie gewinnen ihre Qualitäten – das ist das Gute am Schlechten am Guten an Lanthimos-Filmen – aber durch die Liebe zum Detail, durch die überexakte Präzision, mit der das Unnatürlichste von der Welt als das Natürlichste von der Welt in Szene gesetzt wird. In ihrem Blick auf die willkürlichen Rituale und Regeln einer erfundenen Gesellschaft sind diese Filme vollkommen abgebrüht, und diese Ungerührtheit gibt dem Bizarren eine Evidenz und eine Logik, die ihnen das bloß Beliebige nimmt.

Als ersten sah ich THE LOBSTER von 2015 – ich bekam die DVD im vergangenen Sommer geschenkt – Colin Farrell und die ganz unglaublich attraktive Rachel Weisz übernehmen darin die Hauptrollen. Der Inhalt, in einem Satz (nach Wikipedia zitiert):

Der Film spielt in einer Dystopie, in der Singles fünfundvierzig Tage Zeit bekommen, sich einen Partner oder Partnerin zu suchen, ansonsten werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt.

Mehr erfährt man in dem Text, den Andreas Kilb in der FAZ über den LOBSTER schrieb.

Hier der Trailer:

So irritiert war ich vom LOBSTER, dass ich mir nun zu Weihnachten direkt einen zweiten Lanthimos-Film wünschte: DOGTOOTH von 2009. Der Kern dieses Films wiederum in einem Satz (nach Wikipedia):

Das Drama handelt von einem Elternpaar, das seine Kinder abgeschottet von der Außenwelt in seinem Haus aufzieht. Dabei vermittelt es den drei Jugendlichen ein verqueres Weltbild.

DOGTOOTH finde ich ingesamt noch etwas stärker als den LOBSTER. Es ist eine Faschismus-Parabel, würde ich sagen. (Bin mir da aber nicht sicher.) Außerdem musste ich bei DOGTOOTH an den Film ICH SEH, ICH SEH von Veronika Franz und Severin Fiala (produziert von Ulrich Seidl, 2014) denken.

Mehr erfahren Sie in dem Text, den Oliver Neding in der Filmgazette über DOGTOOTH schrieb.

Hier der Trailer:

Wie gesagt: Ich weiß hier auch nicht so genau … Aber das bedeutet ja nicht, dass ich Sie nicht darauf aufmerksam machen kann. Vielleicht ist ja jemand im Saal, dem diese Sachen gefallen könnten, aus welchen Gründen auch immer dann.

Immer die Ihre: KK