

Der geschätzte Zürcher TAGES-ANZEIGER hat kürzlich die (noch immer recht neue) Buchreihe edition suhrkamp digital vorgestellt, in der auch die RASENDEN RUINEN erschienen sind. Christoph Fellmann schreibt u.a.:
“Im letzten Herbst fuhr die deutsche Autorin Katja Kullmann während vier Wochen in einem schreiend farbigen Mietauto durch Detroit, traf Stadtplaner, Kreative und Obdachlose – und jetzt, wenige Monate später, liegt ihre Langreportage vom «Ground Zero der amerikanischen Industriemoderne» bei Suhrkamp vor; ein scharf beobachteter, klug gedachter und rasend gut geschriebener Bericht über «eine strauchelnde Gesellschaft, die um einen Ort ringt, der seine Mitte verloren hat – ganz wie sie selbst». (…) Kullmann driftet durch eine Metropole, in der es nur drei Starbucks-Filialen gibt und Stadtteile, die gar nicht mehr kartografiert sind. Sie findet heraus, warum man in den Liquor Stores zwar Backpulver, aber kein Mehl kaufen kann (weil es zur Herstellung von Crack kein Mehl braucht). Aber, und darum liest sich «Rasende Ruinen» so gar nicht hoffnungslos, sie trifft auch auf engagierte, solidarische Menschen, die mit Platten handeln, die leere Häuser in Sozialwohnungen umbauen und die den einzigen Frischmarkt von Detroit mit selbst gezogenem Gemüse versorgen. Und einer dieser Stadtgärtner ist es, der in Detroit eine mögliche Antwort auf die diffusen Fragen der Occupy-Bewegung in New York formuliert: «Wir züchten unser eigenes Essen, entwerfen unser eigenes Bildungssystem, bauen unsere eigenen Transportmittel … Wir sind autonom. Und wir werden mehr. Das ist unsere Revolution.»”
Dazu ein Verweis ins JOURNALISMUS-ARCHIV: Während ich in Detroit war, habe ich nämlich “live” von dort für den Tages-Anzeiger eine Geschichte geschrieben: ein Porträt über den Street-Art Künstler Tyree Guyton und dessen (soziales) Kunst-Projekt The Heidelberg Project (Fotos oben). Es ist eine der vielen Detroiter Begegnungen, die nicht (mehr) ins Buch gepasst haben – aber man kann sie >>> HIER nachlesen, quasi als Bonus-Track .