Tag Archives: Berlin

Sociology-to-go

Pierre Bourdieu in Altona:

Georg Simmel an der Taunusanlage (Frankfurt/Main):Burn-out in Tegel (Berlin):
Alles unterwegs selbst geklebt.
Stickerserie “Flexicurity” – absolut unschädliche und höchst diskrete Aktionskunst, jederzeit ablös- und wiederverwertbar – von stefanpertschi.de

ECHTLEBEN in Berlin

Dienstag, 16. August:
19.00 Uhr: Empört Euch! gelesen von der Schauspielerin Pinar Erincin, in Anwesenheit*) des Autors Stéphane Hessel (*= Missverständnis; in Abwesenheit des Autors)
20.15 Uhr: Das Manifest der vielen von und mit Imram Ayata und Mely Kiyak
21.30 Uhr Echtleben von und mit KK

Hier alle Infos

You can’t run from Karma

Die Warenauslage eines Antiquariats in der Lychener Straße, Berlin-Prenzlauer Berg, gestern gegen 19 Uhr.

ECHTLEBEN – der Abend

Was für eine schöne Buchpräsentation gestern Abend in Berlin. Danke an alle, die da waren, danke überhaupt für das ganze Interesse, den Lesern vor allem, und ganz konkret ganz besonders viel “Merci” an den T. und den L., die alles organisiert haben, an den C., der mit mir im Scheinwerferlicht die Show geschmissen hat, an den M., der danach die beste Musik der Welt gespielt hat, an die J., die das ECHTLEBEN gestern Abend unter die Leute gebracht hat, an den H-C, der das Foto oben gemacht hat, und an das HBC, dessen großer Saal und Bar für alles herhalten mussten.

Gehen Sie ins Licht! Kommen Sie nur …


♫ Ray Sharpe: Help me (get this feeling)

Buch-Präsentation! Das ECHTLEBEN lebt – und wird, wie geplant, kommenden Mittwochabend in Berlin vorgestellt. Hiermit sind Sie herzlich eingeladen. Hier geht’s zu einer öffentlichen Facebook-Notiz mit mehr Infos zum Abend. Hitzige, atemberaubende, erleuchtende Gespräche – geschmacklose Witze – noch mehr Sensationen – kühle Getränke – und Soul-Musik von kleinen schnellen Platten: Das alles ist selbstverständlich selbstverständlich. “It’s very easy, all you gotta do is follow me … “

ECHTLEBEN in PROFIL (Wien)

Diese Woche im österreichischen Nachrichtenmagazin profil, mit Interview:

Jung, abgehängt und ratlos

Katja Kullmanns Kassensturz ECHTLEBEN über eine Generation mit hohen Utopieverlusten

Die Landschaftgärtnerin, die früher gut von Projekten lebte, ist gerade einmal 42 und längst „beim Amt“, so die gängige Chiffre für ein Hartz-IV-Schicksal. Oder „zwischen zwei Projekten“, wie sie es nennt. Dennoch dreht sie im schicken Berlin-Mitte immer wieder am späten Vormittag ihre Runden mit einem Coffee-to-go-Pappbecher in der Hand – um eine Existenz als vollbeschäftigte „Young Urban Professional“ zu simulieren, während sie doch längst auf dem Weg zum „Almost Old Urban Social Problem“ ist. Zukunftsaussicht: Würdelosigkeit.

Sie ist die bemitleidenswerte Protagonistin in Katja Kullmanns Typen-Panorama, in dem sich eine soziologisch facettenreiche Generation tummelt: als Empfangsdamen, „halb“-beschäftigte Alleinerziehende mit Uni-Abschluss, echte Rezessionsleichen, langweilige Autohaus-Sekretärinnen, die „im Gegensatz zu mir ein Kind, einen Partner, bezahlten Urlaub und eine Fußbodenheizung haben“, „digitale Bohème“, die im todschicken Freiberuflerkollektiv die Brutalität der Honorarkürzungen hautnah erlebt, das biedere Lieschen Müller, das die Bobo-Ästhetik mit schwarz umrahmten Nerd-Brillen und Latte-Macchiato-Geschlürfe längst kopiert.

Kullmann hat ihre Analyse der Arbeitswelt für die etwas angegrauten „Neuen Erwachsenen“ wie einen soziologischen Thriller geschrieben. Sie schont sich in ihrer geschliffen formulierten Ursachenforschung für den großen Utopien-Auffahrunfall selbst am wenigsten, sondern reicht ihre von Höhenflügen und Abstürzen geprägte Berufsbiographie zur freien Entnahme. Sowohl in der Methode, als auch stilistisch hebt sich das Buch wohltuend von den üblichen, oftmals unerträglichen Lifestyle-Theoretikern aus der Zukunftsforscher-Zunft ab.

Kullmanns ECHTLEBEN ist echt, weil selbst erlebt, aus nächster Nähe beobachtet, dann messerscharf analysiert und in große, oft beängstigende Zusammenhänge gesetzt. Eine Kapitelüberschrift kann gleich als selbstironisches Fazit gewertet werden: „Nichts ist anstrengender, als ganz man selbst zu sein.“

Angelika Hager/profil

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