Wenn das Glück Dir als Toastbrot über die Schulter schaut
Ja, 40 Stunden wöchentlich sitzt mir ein Kastenbrot im Nacken. Das Foto ganz oben beweist es: Es zeigt das schwarzbrotgestörte Toastbrot aus meinem Redaktionsbüro. Ich selbst habe das Brot an die Magnetleiste hinter/über meinem Schreibtisch gehängt, es schwebt montags bis freitags während der Werkstunden wie ein Heiligenschein über mir. Und nun erreicht mich dort, an ebenjenem Arbeitsplatz, via E-Mail bereits die dritte Nachricht über einen sagenhaften Hundertmillioneneurogewinn. Natürlich weiß ich ganz genau, dass ich bloß ein willkürlich ausgewähltes Opfer menschenverachtenden Spams bin. Keiner, wirklich kein anderer Computer in der gesamten Redaktion (und es gibt mindestens 32 dort) ist so blöd wie meiner und lässt die Fake-Lotterie-Mails durch. Und: Ja, ich beginne es persönlich zu nehmen. Inzwischen macht sich die Hoffnung, dieses ahnungslose Bambi, in meinen Molekülen breit und kreischt: “So musst Du doch irgendwann einmal reich werden dort! In jenem Büro! Mit dem Ministerium der Okönomie und der Hacienda per Du! Und ein Gott verdammt gut gelauntes Weißbrot im Nacken!” Das Zitat auf dem Zettel über dem Brot, der Spruch mit den Stühlen, stammt übrigens von George Bernard Shaw. Und das Sitzgelegenheiten-Duett darunter habe ich neulich in einer Kleinstadt mit B. aufgenommen. Wenn ich dann endlich einmal reich bin, gebe ich gleich Bescheid.