Rhein-Main 05/10
♫ Yvonne Baker: You didn’t say a word *)
*) Dieser Song zählt nun wirklich zu meinen ewigen Top 27. Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich das Ding (auf Cameo/Parkway) endlich (!) in die Finger gekriegt, zu einem sehr fairen Preis, in Hamburg. Und am Freitag habe ich es in Frankfurt am Main öffentlich vorgespielt, in einem kleinen Club mit großer Anlage, da klingt es natürlich besonders spitzenklasse. Yvonne Baker war, um genau zu sein, der dritte Song meines, nun ja, Sets. Wie sagte ein männlicher Plattenspieler dort: Frauen haben meist verhältnismäßig kleine Plattensammlungen, kleinere als Männer – oft aber hervorragend sortiert bzw. zusammengestellt. Man soll den Menschen nicht widersprechen, wenn Sie Recht haben. Also ließ und lasse ich das so im Raum stehen.
Die Mädchen schwenken ihre Handtaschen, sind adrett und aufwändig frisiert, haben sich vielleicht in eine Korsage gezwängt und tippeln in Netzstrumpfhosen und putzigem Schuhwerk umher; die Jungs tragen Tolle und Koteletten, Lederjacken oder aufgerollte Hemdsärmel, die den Blick frei geben auf ihre tätowierten Arme; in der Musik geht es um Scotch, Bourbon, Bier, heiße Öfen, geladene Knarren und sexy Pussys, und auf den Flyern für einschlägige 50er-Jahre-Partys räkelt sich auffallend häufig Betty Page, das berühmteste Pin-up-Girl aller Zeiten. In kaum einer anderen Jugendkultur darf der Mann so symbolträchtig „Mann“ sein und die Frau so eindeutig „Frau“ wie in der Rockabilly-Szene. Ironisch gebrochen? Irgendwie schon. Aber eben doch nur „irgendwie“.