Tag Archives: Königsberger Klopse

Kopf muss essen. Ernährungstipps

Lesen, analog, Papier und pipapo: eine schöne Sache, gerade in der kalten Jahreszeit. Noch immer habe ich keinen Vampir-Roman an mich herangelassen (nicht einmal Bram Stoker) und habe beschlossen: Das bleibt auch so. Stattdessen blättere ich derzeit durch zwei im Fundus Verlag erschienene Bände von und mit Bazon Brock, sie tragen die hübschen Titel Tarnen und Täuschen sowie Utopie und Evidenzkritik (siehe oben). Brock hat sich ja mehrfach als Internethasser zu erkennen gegeben, so vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview mit der FAZ, in dem er seine steile These vom Netz als “Gulag”, “Vorbildhölle” und “Totenreich”  wiederholt hat. Noch blättere ich ein wenig weiter.

Mit einem Monat Verspätung vermelde ich zudem: Ganz hervorragend gut gefällt mir Das Weiße Buch von Rafael Horzon, die sagenhafte Autobiografie eines zeitgenössischen multiplen Fantasie-Unternehmers. Bislang kenne ich auch davon nicht einmal die Hälfte, bin aber schon jetzt von der Großartigkeit des Werks überzeugt. Und: Der Protagonist spricht ein ebenso fließendes Latein wie ich! Das ist mein Running Gag, seit Jahren schon. Nun gut. Jetzt ist er verbraten.

Und schließlich habe ich es nicht nur heruntergeladen, sondern nun auch als gebundenes Werk bei Edition Nautilus bestellt: das anonym verfasste Manifest  Der kommende Aufstand, 2007 unter dem Original-Titel L‘insurrection qui vient in Frankreich erschienen und über verschiedene Internetquellen leicht google- und downloadbar. Schwer umstritten ist es, in manchen Kreisen sorgt gar seine Print-Veröffentlichung bei Nautilus für Empörung (“Dürfen die das?”). Nachdem kürzlich Nils Minkmar in der FAS und Alex Rühle in der SZ darüber geschrieben haben, ist der kleine Band tatsächlich restlos ausverkauft und muss erst nachgedruckt werden, erfuhr ich in den drei nächst gelegenen Buchhandlungen (zwei kleine Läden und eine große Ketten-Filiale, bestellt habe ich’s – natürlich – bei einer der kleinen Handlungen). Und: Nein – ich glaube nicht an die Anarchie.

Von den ungefähr 54 Büchern, die darüber hinaus noch ungelesen in meiner Wohnung herumlungern, freue ich mich am meisten auf das bei Eichborn erschienene Kompendium Äh … Was machst Du da eigentlich. The essential David Shrigley. Von Shrigley stammt die Grafik (hier oben drüber), de facto kenne ich ihn bislang nur aus dem Internet (aus der “Vorbildhölle”), in ebenjenem “Gulag” kann man etwa die Shrigley-Homepage anklicken und sich ein wenig informieren. Der Band wird ein, zwei unterhaltsame Abende ergeben, nehme ich mal an. Noch immer nicht gelesen, aber sicher irgendwann bald, sind Das erotische Talent meines Vaters von Björn Kern und Geschichte der Tränen von Alan Pauls. Ach, und dann möchte ich unter der Parole “Königsberger Klopse” noch auf das absolut wintertaugliche Kochbuch Heimwehküche aufmerksam machen, das die Freundinnen Birgit Hamm und Linn Schmidt in liebevoller Handarbeit erstellt und unlängst bei Dorling Kindersley herausgebracht haben – mit echten Rezept-Omas!

Always remember: The more you read, the better your sex-life!