Neutralisation!
♫ Les Terribles: Dit mois pourquois je pleure
Auch wenn die vorgestern veröffentlichte Terry Richardson-Sache der bislang meistgeklickte Beitrag dieses Blogs sein dürfte, kann ich diese gezackte Porno-Zunge unmöglich unbetreut hier an erster Stelle stehen lassen. Nicht übers Wochenende, nicht als Wort zum Sonntag. So habe ich also zum Zweck der Neutralisation, aus Gründen der Blog-Kosmetik und Webseiten-Hygiene, auf die Schnelle drei andere Dinge von meiner Festplatte geklaubt, die ich jetzt hier einfach so hinstelle. Dinge, die mir gefallen. Dinge, die meinen wichtigsten Klischees von mir selbst entsprechen. Es handelt sich, 1.), um ein beliebig ausgewähltes “Yeh-Yeh”-Lied aus den Sixties, und noch nicht einmal um ein Original, sondern bloß um eine nicht sonderlich originelle Cover-Version eines mittelprächtigen alten Hits, nachgespielt von einer mäßig begabten französischen Retro-Band der schäbigen Jetztzeit, sowie, 2.) um ein Kunstbuch von/über den kürzlich bebloggten Blinky Palermo und außerdem, 3.), um zwei Handvoll Silvesterkracher, die vom 1.1. übrig geblieben sind. Nicht jedes Jahr tanze ich zu Silvester auf einem Vulkan, aber jedes Jahr habe ich ein paar Kracher in der Tasche. Das Zeug muss nicht unbedingt einen besonders lauten Wumms machen. Ich bin schon mit kleinen zischenden Satelliten oder Funken sprühenden Plastikbienen zufrieden, selbst hellgrün verglühende Miniatur-Fliegenpilze genügen mir. Hauptsache es explodiert was, und Hauptsache, ich behalte ein wenig davon in der Reserve. Man weiß ja nie, was der Rest des Jahres noch so bringt, die übrigen 364 Tage. Ich habe das Restdynamit der Silvesternacht 2009/2010 irgendwann mal auf Blinky Palermo gelegt. Es muss ein Moment gewesen sein, in dem mir gerade nicht einfiel, wie sonst ich ihn hätte verbringen sollen. So was hat man ja manchmal. Da habe ich also 16 kirschrote Knallkörper mit grünem Zünder auf dem orangefarbenen Blinky-Band dekoriert und das fotografiert – stelle ich nun fest und erinnere mich dunkel daran. Was macht man mit so was? Man betrachtet es, zuckt mit den Schultern und beruhigt sich wieder.




