• Die Autorin
  • Die Bücher
  • Die Kritik
  • Der Journalismus
  • Der Blog
  • Die Startseite

Katja Kullmann


Satzgranaten & Gerüchte

Das Neueste im Blog

  • Kleiner Prinz, Little Bastard
  • Der Juli des Lebens
  • Leserbriefe

    • miss sunshine: Der Vergleich von Mr. Richardson’s Fotografie mit Ed Hardy ist wirklich treffend. Nackte Kleinwüchsige der “Jackass” crew...
    • Oje Frau Kullmann: und den mut, kritische kommentare abzudrucken, hat die frau kullmann auch nicht. ts ts
    • Oje Frau Kullmann: “Party-Shoots von Jürgen Teller” – man merkt schnell, dass hier absolutes unwissen über fotografie und null...
    • Boris Beluga: “ohne jegliche Anzeichen erotischer Mentalkraft” Das ist eine Formulierung, die ich mir merken werde.
    • Küti: nicht dass es hier korinthenkackerei ausartet, aber wie die dame höchstselbst bei amtsantritt des gatten verkündete, wolle die familie gar nicht ins...
    • Leonie: Ich meine gelesen zu haben, dass die Familie nicht dort einzieht. Wohnen werden sie einer Dienstvilla, nicht im Schloss. Für Verwirrung sorgt immer...
    • jost: katja, es ist bellevue. villa hammerschmidt klingt zwar hammermäßig besser, war aber der sitz des buprä in bonn.
    • Das Sakko: Was bedeutet “erwachsen”?
    • dissi: sieht aus wie eine nette mischung aus prenzlauer berg und kreuzberg (trotz unsympathischer fussball-hysterie, die es in berlin und jedem wesentlich...
    • brooklynatic: geil!
    • Johnny Profane: HAMMER !!!!!!!!!!!!
    • The Hank of Hearts: Hast du nicht mal gesagt du magst keinen Free Jazz…?
    • N-SOULer: Ja Katja , die haben mal im Cookys gespielt , die wurden aber , glaube ich mich zu erinnern , nie richtig verstanden , viel zu schräg .WIe das halt...
    • Jörg: Stomachaches? Sind die Stomach Mouths gemeint? Die hatte ich mal Mitte/Ende der 80er in Hamburg in der Fabrik gesehen. http://www.youtube.com/watc...
    • Karla Orange: Feiner Appetizier, sehr schöne Fotos. Aber die Leser dann hungrig zurück lassen, selbst eine überdekorierte Pizza schmatzend… Das ist...
    • verena: miranda july finde ich auch toll. vor geraumer zeit lieh mir eine freundin den erzähl-band “10 wahrheiten” (aus dem du ja in deinem...
    • tr: “Das ist Demokratie, langweilig wird sie nie.” Andreas Dorau und die Bruderschaft der kleinen Sorgen Auf dem Cover der 1988 erschienenen...
    • Das Sakko: Der Buchtitel ist toll, ich würde es lesen. Schreib mal!
    • der stille poet: Drei attraktive und gescheite Frauen (Margot Käßmann, Ursula von der Leyen und Lena Meyer-Landrut) machen das als spröde und provinziell...
    • ulrike fischer: ach kullmann, diese ganze rücktreterei ist so was von verlogen! können die jungs keinen glanz mehr ernten, wandern sie ab. in die wirtschaft,...
  • Apropos: Stil


    Unsere Mette-Marit!

    July 8th, 2010 — 1:53pm

    wulff3

    Fotos: (c) Reuters

    Das Schloss Bellevue! (NICHT die Villa Hammerschmidt!) ist ja quasi das bedeutungsvollste Einfamilienhaus des Landes – und mit Bettina Wulff und deren gut gelaunter Patchworkfamilie ziehe nun ein “ganz neuer Frauentypus” dort ein, sind sich die Kommentator(inn)en einig. Ehemals alleinerziehend, dabei voll berufstätig, und – und das bewegt die Nachrichten- und Bloggerwelt von Großburgwedel bis China augenscheinlich am meisten -: tätowiert. Manche wollen in Bettina Wulffs Tattoo, einem so genannten “Tribal”-Motiv, gar ein satanisch gehörntes Wesen erkennen. Etwas gelassenere und alltagspraktischere Beobachter sehen jedoch: Nein, nein, alles easy, es handelt sich um eine ganz ordentliche Zeitgenossin, die halt auch ab und an mal eine Massenmode mitmacht – sozusagen “eine von uns” – alles im Rahmen. Ja, vermutlich gibt es bundesweit nur einen Menschen, der die Hautverzierung wirklich so richtig “cool” findet (wie er unter anderem der BUNTEN sagte): der neu gewählte Bundespräsident. SENDETIPP FÜR FRÜHAUFSTEHER: Mehr Gedanken zur Bettina Wulff-Faszination morgen (Freitag, 9.7.) im Radio, bei SWR 2, zwischen 7.30 und 8 Uhr.

    6 Leserbriefe | Euphorie im Alltag

    Terry Richardson– der Ed Hardy der Fotografie

    May 26th, 2010 — 1:28pm

    Heute früh bin ich recht erhitzt aufgewacht, ich nehme an: aus feuchten Träumen, die mir  sicherlich viel Freude bereitet haben. Und noch während ich mir den Schlaf aus den Augen rieb, kam mir der folgende Satz in den Sinn, wirklich als erster Gedanke des Tages: TERRY RICHARDSON IST DER ED HARDY DER FOTOGRAFIE. Das bedeutet so viel wie: Terry Richardson ist ein maßlos überbewerterer Vollspacko, dessen Bilder den Doofen und Braven gefallen. Nur stromlinienförmig angepasste, fantasielose Nullprozentseelen kriegen bei Richardsons Billig-Effekten Gefühle. Wenn Dir jemand sagt, er stehe auf Terry Richardson, den – oh la la – „Bad Boy Photographer”, kannst Du sicher sein: Es ist ein tumber Karpfen von Mensch mit drei Lebens- und einer Hausratversicherung, dafür ohne jeden Stil, einer der unbesehen alles nachplappert, was gerade so getwittert wird, ein Kreuzworträtsellöser im „urbanen” Gewand, ein Langweiler, den man ein bisschen quälen darf und sollte (der liebe Gott hat nichts dagegen).

    terry1terry2Hardy

    Dutzende so genannter Fashion Companies bezahlen Hunderttausende Dollars für Richardsons abgeschmackte Teenie-Porn-Ästhetik – und die Kleinbürgerseelen im Publikum klatschen Applaus und finden es vermutlich so halbwegs „shocking”. Dabei handelt es sich bei Richardsons Arbeiten doch bloß um einen vollkommen abgelutschten („lutschen” = geiles Wort!) Fummel-Style für Vollverklemmte, den wir längst kennen, der uralt ist. Wir kennen das vom so genannten Heroin Chique der frühen 90er, wir kennen es von den Party-Shoots von Jürgen Teller aus den fortgeschrittenen 90ern, wir kennen es sogar noch länger: Do you remember David Hamilton? Die pastellfarben überzogenen W*chsvorlagen der späten 70er und frühen 80er, Nastassja Kinski usw.? Exakt dasselbe macht Richardson heute, nur dem aktuellen Look angepasst: Er bedient zu 100% die spießigsten Fantasien über naturgeilen Junge-Leute-Party-Sex und so genannten Hinterzimmer-Rock’n’Roll. Das gefällt alten Säcken mit leeren Herzen, zum Beispiel verhinderten Art Direktoren mit Magenschleimhautreizung, Anzeigenleitern, die sich die Gold-Box der digital ge-remasterten „Sex Pistols”-Edition für „Sammler” kaufen und anderen Medien-affinen Super-Prolls ohne jeden Funken von Witz und ohne jegliche Anzeichen erotischer Mentalkraft. Terry Richardson ist so dermaßen schei*e mit seiner biederen Hipness für Schafe, dass es einfach einmal jemand laut und deutlich sagen muss. (Wie Sie sehen, übernehme ich das.) Und, übrigens: Der Lolita-Ranz, den Richardson verbreitet, ist keineswegs nur ein weiblicher. (Nicht dass es wieder heißt: „Ach, das Kullmann ist ja bloß eine Frau – deswegen regt es sich so auf.”). Richardson fotografiert auch männliche Lolitas wie den südamerikanischen Marlon, in nicht minder erwartbaren Posen und Szenarien.

    marlon1marlon2

    Auch homosexuelle Betrachter können sich also gemütlich einen von der Palme wedeln und dann 320 Euro für eine industriell zerfetzte Jeanshose mit Spezial-Design-Applikationen bezahlen. Eigentlich läuft immer irgendeine Körperflüssigkeit übers Motiv (Schweiß, Spucke, manchmal Kuhmilch, vielleicht auch Menschensperma, so what), und alles in allem ist es so pseudo, dass es Mitleid erregen müsste, dass wir uns an den Händen fassen müssten, rund um den Globus, und eine peinlich betretene Schweigeminute einlegen müssten (wäre der Fotoschmodder nicht so gut bezahlt). Extra für Terry Richardson habe ich soeben das tag „Mainstream-Schleim” erfunden (siehe unten). Ich glaube wirklich: Terry Richardson-Anhänger, Ed Hardy-Träger, Käufer von „Best of Punk in Gold”-Editionen und Burlesque-Show-Besucher – alles derselbe Stamm. So viel Arroganz muss erlaubt sein, an einem sonnigen Mai-Mittwoch, an dem ich zum Beispiel von etwas Dunkelblondem träume, wovon träumen Sie?

    Das Foto von Ed Hardy (3. v. o.) wurde der Webseite des Bielefelder Möbelhauses Wohnzentrum Zurbrueggen entnommen, die anderen Bilder stammen von Terry Richardson und sind aus verschiedenen Quellen zusammengegoogelt.

    18 Leserbriefe | Euphorie im Alltag

    « ältere Beiträge     

    ↑ Nach oben

    © Copyright | Katja Kullmann | Licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported License.