Erwachsenen-Quatsch mit Herz
Gut: Jubel und Ekstase wären jetzt verführerischer. Zumal noch das Knallkörper-Odeur der Silvesternacht in der Atmosphäre hängt. Zumal die meisten Menschen sich sicherlich um den Verstand gefeiert haben, am 1.1.2010 um Punkt 00:00 Uhr, und noch immer strahlen sie ganz glasig. Auch ich habe in der Nacht der Nächte den einen oder anderen Knatterblitz gezündet. Doch gestaltet sich mein Übergang ins neue Jahrzehnt ansonsten etwas kantig. Ja: Das Leben (jedenfalls meines) fordert derzeit eine leicht überproportionierte Dosis an Geduld, Disziplin, Aufgeräumtheit, all das kratzige Zeug. Also krame ich es zähneknirschend hervor: Geduld, Disziplin, Aufgeräumtheit. Und bescheide mich mit dem Gedanken: Es ist ja für einen guten Zweck. Unterdessen sandte mir gestern, am Samstag nach Silvester, eine meiner sagenhaften Freundinnen fürs Leben das Foto vom “Katja-Boat” ganz oben, versehen mit den Grußworten: „Wir sitzen doch alle im selben Katja-Boat… HAPPY NEW YEAR und viele schöne Fahrten!“. 24 Stunden später, also heute, am Sonntag nach Silvester, kam dies hinterher, „Neues vom Katja-Boat“:
Pffffff. Darüber amüsiere ich mich sehr. Freunde sind eine fantastische Einrichtung. Und speziell jene Freundin hat wirklich den Bogen raus, was das Quatschmachen angeht: Angenehm schlicht kalauert sie nicht nur in Wort und Bild, sondern auch stets auf den Punkt. (Stammleser erinnern sich vielleicht noch an die Aufnahme der Gothic-Töchter des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero, Überschrift: „Die Pubertät ist kein Ponyhof“. Voilà: dieselbe Freundin.) Angeregt von ebenjener Freundin und von ebenjenem Katja-Boat, habe ich beschlossen, den Jubel und die Ekstase ungefähr im Monat Februar nachzügeln zu lassen, und dann volles Rohr. Bis dahin werde ich mich irgendwie ins neue Jahr hineinknarzen und habe bereits jetzt folgende zehn Vorsätze gefasst: * Nur noch ausgewiesene Lieblingslieder spielen, aber nicht jedes Mal. * Das dicke Ding bauen, jetzt aber wirklich. * Mich nicht wiederholen. * Dem am 12. Januar 2010 beginnenden und bis Dezember 2011 über mein Horoskop laufenden Ausnahme-Aspekt Pluto-Trigon-Venus mit angemessenem Respekt begegnen. * Tauben gegebenenfalls töten. * Die Nikotin-Entwöhnung auf das Jahr 2011 terminieren. * Ein technikbescheidenes Leben führen, und zwar programmatisch. * Regelmäßig die gute Creme benutzen. * Ferner sein für viele, näher sein für wenige. * Witze nur noch reißen, wenn sie wirklich gut sind. * Ich denke: Das alles müsste zu machen sein.