יום הולדת שמח Israel bedeutet “Happy Birthday, Israel!”

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 ausgerufen, doch das Land feiert das 70. Jubiläum nach dem hebräischen Kalender, deshalb beginnen die Feierlichkeiten schon am Abend des 18. April und dauern bis zum Samstag.

Die taz – an der ich als Themenchefin blattmacherisch ja doch intensiv mitarbeite, was immer wieder viel Spaß macht – reagiert darauf heute mit einer Ausgabe, die sich quer über die Ressorts verteilt nicht nur mit der Vergangenheit, der Shoah, dem Holocaust und Überlebenden, beschäftigt, sondern auch mit heutigem, wieder zunehmendem Antisemitismus.

Online ist dazu ganz aktuell etwa der Kommentar Sehen, was Sache ist von meinem geschätzten Kollegen Klaus Hillenbrand zu lesen.

Auf Papier können Sie in der Nahaufnahme auf einer Doppelseite die heute 105(!)-jährige Gretel Merom kennenlernen (eine Raucherin, die gern tanzt), die den Ersten Weltkrieg, Weimar, die Nazis erlebt hat – und 1934 als Zionistin den neuen Staat mitgegründet hat. (Auch dieses große, packende Porträt, siehe Titelseite oben, schrieb Klaus Hillenbrand.)

Nachdem zwei Männer, die die jüdische Kopfbedeckung Kippa trugen, gerade in Berlin, im Stadtteil Prenzlauer Berg, gewaltsam angegriffen wurden, spricht auf Seite 3 Volkan Agar mit Benjamin Steinitz, dem Leiter der Recherchestelle Antisemitismus – sowohl über arabischen, als auch über deutschen Antisemitismus. Und Malene Gürgen blickt auf die aktuellen polizeilichen Statistiken zum Thema.

Im Auslandsressort schreibt der taz-London-Korrespondent Daniel Zylbersztain über den Judenhass bei vielen britischen Linken, insbesondere bei der Labour Partei.


Und im Kulturressort beleuchtet Ralf Leonhard im Gespräch mit der Schriftstellerin Ruta Vanagaité den heftigen Streit, der in Litauen gerade um Vanagaités Roman “Die Unsrigen” ausgebrochen ist: Die dortige Bestseller-Autorin schreibt in jenem Roman über die Beteiligung Litauens an der Shoah, wird seither als Nestbeschmutzerin beschimpft, ihr Verlag zog das Buch aus den Läden zurück.

Ich selbst bescheide mich heute auf den Gruß, der oben schon steht:

יום הולדת שמח Israel

Immer die Ihre: KK

April 19, 2018