Bonjour,

diesmal ein ganz leichter Beifang – und ein, äh, track.

Ich mag die folgende (einzige) Textzeile darin – und zitiere sie hier als freundlichen Vorschlag an Sie, werte Leserinnen und Leser:

“You gotta believe in something.
Why not believe in me?”


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1.) Frühling!

Fotografiert bei uns daheim im Wedding

2.) Dreiecke!

In Vorbereitung auf Die Lange Nacht der Fotografie , die kommenden Donnerstag, 25. Januar, in den Hamburger Deichtorhallen stattfindet und die gleichzeitig der Eröffnungsabend für die Ausstellung GUTE AUSSICHTEN DELUXE. JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE NACH DER DÜSSELDORFER SCHULE ist (ich habe das Vergnügen und die Ehre ein ganz klein wenig aktiv dabei zu sein), in Vorbereitung dessen also beschäftige ich mich aktuell u.a. mit dem Dreieck – insbesondere mit dessen Verwendung in der Kunst – noch spezieller: Ach, ich blättere und lese mal wieder in den zwei BLINKY-PALERMO-Bänden aus meinem Besitz. Wunderbar!

Seit Jahren bin ich fasziniert von Blinky Palermo, und das, wie auch sonst bei meiner Faszination oder meinem Fantum, nur zu einem Teil von seiner Arbeit, seiner Kunst – zum anderen wesentlichen Teil von seiner persona (wie sie sich mir, von sehr fern und nur bruchstückhaft drauf schauend, darstellt) – von Blinky Palermo als Figur also. Ich bloggte vor Jahren mal darüber, mit Jörg Fauser geht es mir recht ähnlich, es ist etwas Prinzipielles: Damit nicht nur reges Interesse, sondern hochdrehende Faszination für eine Person, etwa einEn KünstlerIn anspringt, damit es also ins Fanhafte neigt, ist sein/ihr Auftritt als Figur zwingend notwendig, als Co-Erzählung zum Werk, sozusagen, jedenfalls ist es bei mir so, ein bisschen einfach vielleicht, aber es ist so.

ÜBRIGENS 1: Die beiden oben durchblätterten und sehr geschätzten Palermo-Bände sind: SEDIMENT 15 Blinky Palermo sowie BLINKY PALERMO. ABSTRACTION OF AN ERA (Christine Mehring / David Zwirner Books).

ÜBRIGENS 2: Ich mag Dreiecke nicht. Kreise finde ich … so lala. (Ovale haben manchmal etwas, aber manchmal sind sie auch komplett unangebracht.) Lange schmale Quader sind, glaub’ ich, meine liebste geometrische Form. Müsste ich aussuchen, ob ein Stoff gepunktet oder mit Triangeln gemustert ist – ich nähme immer die Streifen.

Blinky Palermo und das Schlüsselmotiv seiner Arbeit, besagtes Eck, hier aus Spiegeln gemacht:

3.) Gedichte!

Die 30. Ausgabe des DRECKSACK (der lesbaren Zeitschrift für Literatur) ist immer noch erhältlich. (Siehe auch die Euphorie im Alltag vom 9.10.2017). Da unter Punkt 2.) hier gerade der Name Jörg Fauser und der Begriff des Fantums fiel: Für den DRECKSACK schrieb ich einmal ein ziemlich persönliches Stück über beides: BEING FAUSER heißt es.

Der Gründer und Herausgeber des DRECKSACK, der Schriftsteller Florian Günther hat gerade ein neues kleines Buch herausgebracht: AUS DER TRAUM 75 neue Gedichte. Auf den 180 Seiten (14,95 €, bei Moloko Print erschienen) sind auch über 40 Bilder des Fotografen Michael Dressel enthalten.

Als ich Florian Günther vor einigen Tagen mal wieder zum Kneipenplausch traf (und dabei den alten Florian-Günther-Kumpel und Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek kennenlernte, was recht vergnüglich war), steckte er mir das Taschenbuch zu, worüber ich mich sehr freue.

Über Florian Günthers Schreiben notierte ich einmal:

Sein Zeug, das waren (noch in der DDR) Storys, die zum Beispiel rund um die Warschauer Brücke spielten, heute einer der Dreh- und Angelpunkte für Partyreisende aus aller Welt, in der DDR eine Ecke, an der „die Ex-Knackis, die Huren, die Kriminellen, die Parteibonzen, das ganze Sammelsurium an einem ganz kleinen Punkt zusammentraf“. Die Kneipe war schon damals der Meta-Ort – der Raum, in dem „die interessanten Charaktere sich aufhalten. Da stecken die guten Geschichten“. Von den böse strapazierten Begriffen Avantgarde oder Underground hält er nichts. „Das sind nur andere Wörter für Nichtsdraufhaben und Wichtigtun.“ Nein, was Florian Günther umtreibt, ist das, was in den USA the daily grind genannt wird: Kohle verdienen müssen und sich ab und an ein Sexualleben organisieren, Bratkartoffeln zubereiten, fernsehen und sich gelegentlich mal wegballern, damit das alles leichter geht. Und das alles eben: aufschreiben, festhalten. „Macht sonst ja kaum einer.“

Sowie:

Sehr oft schreibt er (…) über Frauen, Geliebte, Ex-Freundinnen – über Weiber eben. Etwa in dem sehr kurzen, sehr schönen Gedicht “Das Ende einer großen Liebe”. Es geht so:

Sie mochte
Schostakowitsch.
Ich auch.
Aber nicht so
oft.

Und fertig.

Und fertig.
Immer die Ihre: KK

January 20, 2018