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Die Frau war gerade mal wieder kurz unterwegs – dienstlich – und hat am Rande des Dienstlichen aber selbstverständlich wieder dies & das noch irgendwie eingebaut, in ihren Ultra-Kurz-Trip.

Oben: Kullmann vor dem Werk The Red and the Black, 1984 aus Polaroids geschaffen von der – von mir schwer verehrten – Fotografin Barbara Crane (eines Tages muss ich hier mal ausführlicher über sie bloggen) – die Szene ist aufgenommen in der Ausstellung The Polaroid Project, die im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg noch bis zum 17. Juni läuft.

Huch, jetzt hab’ ich schon verraten, wo ich gerade war, diesmal für stattliche 30 Stunden, ungefähr. Na, hier also:

Elbe immer noch da:

Alster auch:

Und auch von oben war es in der berühmten Stadt am Meer diesmal wieder… recht feucht … oder… sagen wir … niederschlagsbewegt. (Ich mag Klischees ja gar nicht – aber manchmal hauen sie halt doch voll rein, das muss man zugeben. Es war also grau, kalt, feucht. Kaum rollte der Zug dann in Berlin wieder ein, kitzelte die Abendsonne mich kess an der Nase. Ich glaube das alles aber nicht, nein! Ich trage Hamburg forever in meinem Herzen, egal, wie arg es dort manchmal ziehen mag, egal, wie schlecht oft übers dortige Klima gesprochen wird, ich habe damit n.i.c.h.t.s. zu tun!)

Wieder einmal gibt es übrigens städtebaulichen Ärger im Stadtstaat: Trotz Protesten von DenkmalschützerInnen, ArchitektInnen, BürgerInnen sollen diese eigentlich denkmalgeschützten Hochhäuser am Klosterwall nun abgerissen werden. Gebaut wurden sie zwischen 1954 und 1960 nach einem Entwurf des Architekten Rudolf Klophaus, der nicht nur diese beeindruckenden Riegel der mittleren Moderne kreiert hat, sondern ca. 20 Jahre zuvor als NSDAP-Mitglied auch schon eine ganz ansehnliche Auftragslage genießen konnte, hm.

Ganz in der Nähe jener strittigen Riegel befindet sich nicht nur der Hamburger Hauptbahnhof, sondern auch das oben schon erwähnte Museum mit der Polaroid-Ausstellung; eine gute Gelegenheit, eine übrig gebliebene Zwischenstunde (zwischen Anreise und erstem Dienst-Termin) konzentriert zu verbummeln.

1972 startete die Vermarktungskampagne für die Polaroid-Technologie:

In der Ausstellung sind u.a. anonyme Weltall-Polaroids mit NASA-Bezug zu sehen – yeah – , hier der Saturn mit seinen über alle Galaxien hinweg bekannten Ringen:

Instantaneität – Spitzenwort!

Singuläre Frauen, die sich, souverän gekleidet, in Asphaltlandschaften aufhalten – I like that very much. Hier ein Model in Charles-Jourdan-Garderobe, 1978 polaroidisiert vom Modefotografen Guy Bourdin:

Charles Jourdan 1978 – korrekter Look, doch doch, kann man nicht anders sagen.

Apropos Garderobe: Beim Verlassen des Museums entdeckte ich in der Auslage des obligatorischen Museumsshops ein Poster mit einem Motiv von Gerhard Richter – das so ziemlich haargenau halbperfekt zum Hemdblusenkleid der Museumsbesucherin passte – oder umgekehrt. Dennoch habe ich das Poster nicht erworben – Streifen haben wir ja schon selbst genug! Lieblingsmuster – sozusagen.

Wenn es einmal etwas lieblicher ist, vom Wetter her, ist der Blick vom Lokal oberhalb der Elbe sicher sehr angenehm zu genießen. (Auch so war es zumindest drinnen aber sehr nett an jenem Abend, mit 8 der besten Leute, die in Hamburg wohnen, ich schwöre.)

Hotelzimmer. Nicht von mir gebucht oder ausgewählt! Auf Einladung. Professionell halt. Sehr gut geschlafen, auf diesem Bett.

Dann … mit Breaking News aufgewacht.

“Jetzt Weltkrieg oder was?” – denkt man da ja, noch etwas schlafmützig, im ersten Moment. Und dann greift aber gleich die schedule, die Agenda, der Termin-Kalenda: dienstlicher Einsatz im Museum der Arbeit .

Als Diskutantin beim Bucerius Lab zur Zukunft der Arbeit im digitalen Zeitalter nämlich – wo ich u.a. auf Ulrich Walwei vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und den Soziologen Harald Welzer traf, gesprächshalber – und zwar auf einem Podium mit dem Titel Verschwinden die Arbeiter, wenn die Arbeit verschwindet?

Sehr gut und sehr wach besucht, dieses zweitägige Symposium (hier die Crowd im großen Saal, kurz bevor ich/wir dran war(en)).

Zeitlich etwas überzogen hat unser Podium dann. (Ich war’s nicht! Die anderen war’n’s!) Fazit unserer Runde, extrem grob zusammengefasst: Nein, die Arbeit-erInnen verschwinden vorerst nicht. Bloß ist darunter in Zukunft womöglich etwas anderes zu verstehen. Und doch hat das alles dann auch sehr viel mit der Vergangenheit zu tun. (Nun ja – Sie wissen jetzt schon so ungefähr, wie ich’s meine – bestimmt!)

Sehr nett, sehr hübsch – hübsch ironisch vor allem – und erst zu Hause von mir aus der Geschenkverpackung gewickelt und also erkannt: das kleine Präsent, das die veranstaltende ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius allen aktiven TeilnehmerInnen mit auf den Weg gab – ich meine: Es ging die ganze Zeit um Arbeit, Arbeit, Arbeit – und sie stecken einem allen Ernstes Paul Lafargues Recht auf Faulheit von 1880 zur Erinnerung in den Rucksack! (Und auch noch gestreift!) Ja, das hat doch sehr viel Stil, finde ich.

Alles in allem: Kompakt & schön & interessant war’s.

Und Sie, werteR Blog-BesucherIn, waren jetzt praktisch fast live dabei!

Ach, alles ganz magic.

Bis bald,
und auch bis dahin
immer die Ihre: KK

April 15, 2018