“Vorbild für mindestens eine halbe Frauengeneration, für Jungs ein Anbetungsobjekt”: So ist die französische Sängerin France Gall im Nachruf des taz-Kollegen Jan Feddersen gewürdigt. Gall war eine der prominentesten Vertreterin der “Yéyé”-Welle, einer französischen Variante der angloamerikanischen “Yeahyeah”-Musik der 1960er Jahre, des Beat und Schlager-Pop also.

Oben sehen Sie die zwei Gall-Singles, die sich in meiner Sammlung befinden – wobei ich nur die rechte, die mit dem roten Label, bisher ein- oder zwei mal aufgelegt habe: das Stück Computer No. 3. Der Text nimmt die algorithmisierte Partnersuche von heute vorweg, es ist im Grunde ein Song über Tinder, Parship, wie all diese Maschinen der zwischenmenschlichen Berechenbarkeit eben heißen. (Man beachte vor allem die Mienen des deutschen, männlichen Publikums: Immer wieder zoomt die Kamera auf die Gesichter der Zuhörer, und diese Gesichter strahlen blankes Unverständnis bzw. blankes Unwohlsein aus, au weia.)

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Ja, langsam, aber sicher stirbt jetzt die erste große Garde des ganz breit, ganz großräumig sich ausbreitenden Populären aus.

Möge Frau Gall mit ihren flotten Liedchen nun andernorts reüssieren.

January 8, 2018