Oben sehen Sie einen Auszug aus einem Auszug – einen Auszug aus einem Auszug eines Vortrags nämlich, den ich vergangenen Herbst auf Einladung des geschätzten, immer interessant sich präsentierenden Literaturforums im Brecht-Haus (lfb) hielt.

Fake und Fakt. Literatur im “postfaktischen Zeitalter” lautete der Titel der Tagung, und ich hatte die Ehre & das Vergnügen, mich eine halbe Stunde lang vor dem Plenum ausbreiten zu dürfen.

Ich sprach hochgradig subjektiv – womöglich gar mit zitternder Stimme – vielleicht aber auch gar nicht zitternd – vielleicht, wer weiß, im Brustton der Überzeugung – oder auch ausnehmend kühl & beherrscht – ich kann es nicht beurteilen, ich konnte mir selbst ja nicht zuhören, da ich mit dem Vortragen beschäftigt war –, ich sprach jedenfalls über das Schreiben.

Über das Schreiben, das mich am meisten interessiert, sowohl als Lesende, als auch Fabrizierende – das einzige Schreiben, das ich persönlich auch überhaupt fertig bringe. Ich würde es so umreißen: sozusagen niemals Kunst (auch nicht Philosophie, erst recht nicht Wissenschaft). Vielmehr der Versuch eines möglichst mittendrin-nen-nen Mitschreibens – eines Schreibens, dessen Ambition es nicht zwingend ist, die Dinge besser zu wissen, sondern das hoffentlich stets deutlich, blank & plane, durchblitzen lässt: “Okay, hier spricht jetzt also jemand – und zwar so und so jemand – Sie können derjenigen jetzt zuhören oder Sie können es bleiben lassen – was Sie hier nun zu lesen bekommen, ist jedenfalls ganz bestimmt nicht der Weisheit letzter Schluss – und es ist auch ganz bestimmt nicht überirdisch. (Nicht, dass Sie nachher enttäuscht sind.) Es ist allerhöchstens ein Angebot zum Gespräch. Sozusagen. (Und auch das ist nicht nicht mal sicher!) Steigen Sie also gerne ein, fahr’n Se’ gern ‘ne Runde mit – und lassen Sie sich aber bloß nicht veräppeln von Ihrer etwaigen Sehnsucht nach erlösenden Antworten!)”

Über jenen Ansatz beim Schreiben (Viele verfolgen ihn! Ich turne es ja auch wieder nur nach!)) sprach ich jedenfalls, im Herbst im Brecht-Haus.

Jetzt, gut ein halbes Jahr später, erschien das jüngste lfb journal – man schickte es mir zu – so sieht es von vorne bzw. von hinten aus:

Und ich war sehr erfreut, sehr ge- bzw. berührt, dass mein Vortrag drei Seiten darin einnimmt. Hier das Beweisfoto:

Hier noch ein Foto, das mir gefällt, weil es aus dem Moment genommen ist, aufgenommen von Wolfgang Frank, während des genannten lfb-Vortrags, in einer Situation also, in der ich dachte, ich hätte es (alles! alles!) gerade ganz genau so erfasst, wie es in Wirklichkeit ist:

Hier noch der Link zu Lee Gutkinds im Vortrag erwähnten Buch: You can’t make this stuff up.

Derweil immer noch immer die Ihre …
… palimpalim.

July 18, 2018