Werte BesucherInnen, das ist wieder typisch. Also: typisch für dieses Internet, diese Webseite, diesen Blog. Typisch für Silvester, Menschsein, Menschsein-zu-Silvester, pipapo. Da habe ich zu Beginn des Jahres noch groß getönt, ich tät’ 2018 hier jede Woche (oder jede zweite) ein ordentliches Privat-Feuilleton mit aktuellen Fundstücken veranstalten (Beifang nannte ich jene neu ausgedachte Rubrik) – und habe dann gerade mal vier Folgen verwirklicht … und kam lediglich bis … KW 6.

Pfff. Nun schreiben wir schon die KW 18.

Wie es halt manchmal so ist: Das Leben bietet nun gerade doch so viel Interessanteres als immerzu auf einen Bildschirm, ein Scheibchen, ein Pad-chen zu schauen und das Internet noch voller zu schreiben, als es eh schon ist.

Will sagen: Rohrkrepierer.
Nette Idee – klanglos gescheitert.
Schwamm drüber – schlage ich vor.

Da unsere Marketingabteilung hier also mehr versprochen hat als wir in realiter zu leisten imstande sind, biete ich heute hier, zur Kompensation, zum Spielen, zu was auch immer, einen flotten 9er von interessanten Büchern – die mich alle genau jetzt gerade auf die eine oder andere Art beschäftigen. Nehmen Sie’s doch bitte einfach gern als freundliche Lektüreanregung (auch wenn ich nur mit zweien, dreien davon schon ganz durch bin, Parallellesen is the game, puh, wie gesagt: much ado these days.)

Zu jedem Band nur ganz knapp ein Link und ein, zwei schludrige Halbsätze. Damit Sie die Bücher dennoch ein bisschen besser einschätzen können, habe ich jeweils einen Alltagsgegenstand daneben gelegt – zum Größenvergleich.

Außerdem – ein Lied. Ein nach ca. 35 Jahren gerade mal wiederentdecktes (ich amüsiere mich seit ein paar Tagen prächtig damit, als ich 12, 13, 14 war, stand ich sehr darauf.)

Buch No.1.:

Das Buch ganz oben im Titelfoto, Nathalie Quintanes Essay WOHIN MIT DEN MITTELKLASSEN , fand ich wirklich amüsant, es liest sich weg wie nix.

Hier die anderen 8:

Aus denkerischen bzw. fühl-nachforschenden Gründen gerade antiquarisch zugelegt > siehe auch: Stuckism; das wird also noch verwurstet für einen Text, der dann wer weiß wann wer weiß wo erscheinen wird (ich meine das ernst):

Aaah, Sinclair Lewis (mit dem ich mich zuvor schon eingehend beschäftigt habe) – hier dieses Werk nun neu übersetzt von Christa E. Seibicke, gerade ganz frisch in der hübschen Manesse-Klassiker-Bibliothek erschienen – trotz des kleinen Formats fasst das Ding über 900 Seiten – und demnächst gibt’s dazu einen kleinen Zeitungstext:

Na, logisch, dass ich hierauf spitz bin, Reinhard Jellen ist u.a. als Northern-Soul-DJ aktiv, mehr weiß ich noch gar nicht darüber zu sagen, aber in den nächsten Tagen werde ich mich hineinstürzen, dann woll’n wir doch mal seh’n:

Das Abschiedsgeschenk einer geschätzten taz-Kollegin an mich – Jutta Lietsch war lange Jahre Korrespondentin in China und schrieb dieses Buch als Co-Autorin im Jahr 2007, als sie die Zeitung nun verließ, tauschten wir ihr China (noch ungelesen) gegen mein Detroit:

Eine freundliche Überraschungszusendung vom Wunderhorn-Verleger Manfred Metzner – ich wusste bis dato so gut wie nichts über Ré Soupault (1901-1996), die u.a. am Bauhaus mitwirkte und auch sonst eine sehr interessante Frau war, wie mir jetzt scheint. Dies hier sind sozusagen ihre Erinnerungen (in denen Soupault, ganz ihrer Zeit, ihrer Generation geschuldet, u.a. das N-Wort ausgiebig nutzt, das als Hinweis an diejenigen, die sich daran so stören, dass sie es evtl. nicht lesen möchten):

Gleich auf eigene Kappe dazu bestellt (und noch nicht gelesen, aber ganz bald jetzt): Ré Soupaults Flüchtlings-(Foto)-Reportage Katakomben der Seele von 1950:

Noch mehr Fotografie: ein aktueller Band zu bzw. von den Guten Aussichten, mit denen ich im Januar in Hamburg aktiv zu tun hatte (merci, Stefan Becht, fürs Zusenden!):

Und schließlich lese ich, nach etlichen Jahren und jetzt aktuell aus beruflichen Gründen, auch Georg Francks Ökonomie der Aufmerksamkeit gerade noch mal quer:

Sie sehen: Langweilig wird’s mir nicht.
Ihnen hoffentlich auch nicht.

Nur flüchtig winkend, aber das ganz herzlich,
zudem ja ohnehin immer die Ihre: KK

May 2, 2018