FORTSCHREITENDE HERZSCHMERZEN BEI MILDEN 18 GRAD
Eine Erzählung


Ein großartiger Neuanfang soll es sein: Simone kommt aus dem Dorf in die Stadt, mit kleinem Gepäck, großen Hoffnungen und ein paar Erinnerungen, die sie dringend loswerden will. Bloß keine Schinkenbrote mehr essen und nicht mehr »Fräulein« genannt werden. Die bunte Illustriertenwelt ist die Vorlage für ihren Traum. Sie hat sich ihren Dialekt abtrainiert, kennt sich aus mit Glitzerkleidern und weiß genau, was Schönheit kostet. Aber Simone landet in den Katakomben der Stadt, im Studio de la Beauté. Der Arbeitskittel kratzt, die Kolleginnen bleiben ihr fremd, alles riecht nach künstlicher Vanille. Und nach einer großen Enttäuschung. Dann erscheint ein neuer Kunde. Jung, gebildet und gewandt, umschmeichelt er sie mit Wortspielen, und je länger sie ihm zuhört, desto mehr wird er ihr zum Rätsel. Mit gewohntem Fleiß setzt sie alles daran, dieses Rätsel zu lösen – doch er ist nur 45 Minuten pro Woche bei ihr. Mit eingängiger Sprache und raffinierter Dialogführung erzählt Katja Kullmann ein Drama des Alltags, das hoffnungsvoll beginnt und tragisch zu enden droht.

Kiepenheuer & Witsch, 2004/2018
ISBN: 978-3-462-41203-1


Pressestimmen:

„… ein Musterfall des aktuellen Angestelltenromans, aus präziser Beobachtung geschöpft, was wohl auch daran liegt, daß Katja Kullmann für ihr erstes Buch sehr genau studiert hatte, wen sie da im zweiten beschreibt: Frauen im Postfordismus, so hätte es wohl der Feuilletonist aus ihrer Erzählung betitelt.“
Tobias Rüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

„… Wir Männer dulden keine Karrieremonster neben uns. Darüber könnte man auch mal ein ernstes Buch schreiben. Genau das hat Katja Kullmann jetzt gemacht. (…) Die Hauptfigur, Simone, Kosmetikerin, ein Mädchen vom Land, kommt in die Stadt, arbeitet in einem Schönheitssalon und verliebt sich in einen Kunden. Er, ein schnöseliger Feuilletonredakteur, ahnt nichts. Ihm zuliebe fängt sie an, sich heimlich zu bilden. Sie nähern sich an: „Er wurde schöner, sie klüger.“ Aber das will er gar nicht. „Ihm war es lieber, wenn sie die Klappe hielt. Dann geschieht eine Katastrophe: Er wird entlassen. Diese Entlassung ist deutlich dem Ende der „Berliner Seiten“ der „FAZ“ nachgebildet – damals wurden in Berlin überraschend etliche junge, begabte Autoren auf die Straße gesetzt.“
Harald Martenstein im Kulturspiegel

„… In ihrem Prosa-Debut greift Katja Kullmann in ironisch-flottem Erzählrhythmus aktuelle Gesellschaftsdebatten auf und verwebt sie kunstvoll mit literarischen Ausdrucksmitteln zu einer Geschichte.
Claudia Cosmo im Deutschlandfunk

„… flott und gescheit.“
Neue Zürcher Zeitung

„… Lost in Epilation! Ein fein erzähltes Kammerspiel.“
MAX

„… Kullmann beschreibt sehr genau den Alltag und man glaubt es ihr auch. Mit großer Feinfühligkeit erzählt.“
Buchkultur

„… muss schon als Kind eine brillante Beobachterin gewesen sein, voller Empathie.“
Dresdner Neueste Nachrichten

„… überraschend romantisches Romandebut der brillanten Essayistin“
EMMA

„… wer hat schon mal darüber nachgedacht, dass Kosmetikerinnenkunden womöglich Spanferkel mit großem Latinum ausschwitzen?“
Berliner Zeitung